Kurz vor Jahresende gab es im Frankfurter Zoo einen besonderen Moment: Am 7. Dezember erblickte ein männlicher Bonobo das Licht der Welt – eine echte Seltenheit. Mutter Mixi, 24 Jahre alt und selbst in Frankfurt geboren, zieht bereits ihr viertes Jungtier groß. Bonobos gehören zu den am stärksten bedrohten Menschenaffen und kommen ausschließlich in einem kleinen Gebiet der Demokratischen Republik Kongo vor. Wilderei und der Verlust ihres Lebensraums setzen der Art massiv zu. Umso bedeutender ist jede Geburt in menschlicher Obhut. Auch aus Sicht des Artenschutzes ist der Zuwachs ein Erfolg: Der Zoo Frankfurt verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in Haltung und Zucht, bereits 1962 gelang hier die erste Nachzucht weltweit. Zoodirektorin Dr. Christina Geiger berichtet: „Mixi ist eine souveräne Mutter. Noch hält sich das Kleine fest an ihrem Bauchfell – wer es sehen will, braucht also Geduld und ein gutes Auge.“ Mit dem Neugeborenen wächst die Frankfurter Gruppe auf 18 Tiere. Wie in freier Wildbahn leben sie in zwei Anlagen, zwischen denen einzelne Tiere wechseln – ein Verhalten, das ihrem natürlichen „Fission-Fusion“-Sozialsystem entspricht. Doch der Blick geht über Frankfurt hinaus: Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt engagiert sich seit Jahren im Kongobecken. Dort unterstützt sie gemeinsam mit der Parkbehörde ICCN den Lomami-Nationalpark, organisiert Patrouillen gegen Wilderei und arbeitet mit lokalen Gemeinden an nachhaltigen Einkommensmodellen. Wer tiefer eintauchen möchte: Die aktuelle Podcastfolge „Bonobos: Findige Versteckspieler im Regenwald“ erzählt von Forschung, Schutzprojekten und abenteuerlichen Begegnungen im dichten Grün des Lomami-Nationalparks.