© Marco Sensche
Kapa Tult bringen ihre „Immer alles gleichzeitig“-Tour im März 2026 nach Frankfurt – ein Termin, der Indie-Fans weit über Leipzig hinaus elektrisiert. Am 16. März steht der Mousonturm ganz im Zeichen einer Band, die es schafft, lakonische Lebensgefühle in hochgradig tanzbare Pop-Momente zu verwandeln. Unbestuhlt, nahbar und direkt wird der Saal zum Resonanzraum für Songs, die zugleich leichtfüßig und schwer im Herzen sind. Seit ihrem charmant-chaotischen Hit „1/2 Cappuccino“ gelten Kapa Tult als eine der spannendsten neuen Stimmen im deutschen Indie-Kosmos. Ihre neue Single „Es bringt mir nichts“, produziert von Moses Schneider, zeigt eine deutlich rauere Facette: weniger glatt, mehr Kante, ein roher Druck, der die Überforderung einer Generation hörbar macht. Es geht um Pessimismus, Eskapismus und das diffuse Gefühl, etwas ändern zu wollen, ohne zu wissen wie. Diese Grundstimmung packt die Band in minimalistische, fast grungige Arrangements – reduziert, eingängig, direkt ins Bauchgefühl. Live ist das ihr natürlicher Lebensraum. Die unverkennbaren Keyboard-Melodien im NDW-Geist, der treibende Bass und die schnörkellose Energie entstehen ohne Overdubs, ohne künstliche Schichtung. Was bleibt, ist reine Spielfreude, die zwischen lakonischem Humor und innerer Zerrissenheit pendelt. Genau dieses Spannungsfeld macht Kapa Tult so besonders: Musik, die gleichzeitig tanzt und zweifelt. Wer sich auf diese Tour einlässt, bekommt keine Perfektion, sondern Präsenz. Kein Schönklang, sondern Ehrlichkeit. Und vor allem ein Gefühl davon, wie es klingt, wenn eine Band alles gleichzeitig meint – und das Publikum mitnimmt.
>> 16.3., Mousonturm, Frankfurt, 19 Uhr, mousonturm.de