© Leonhard Niederwimmer
Druckerei für alle
Zur Eröffnung des 2.og dondorf kam es zu Konflikten hinter den Kulissen. Das Kollektiv „Druckerei für Alle“, das 2023 mit zwei Besetzungen den Abriss der ehemaligen Dondorf-Druckerei verhindert hatte, sollte ursprünglich eigene Räume im neu eingerichteten zweiten Stock beziehen. Das hessische Finanzministerium blockierte kurzfristig den Einzug – solange das Kollektiv beteiligt sei. Um die Nutzung des Stockwerks für die übrigen Gruppen nicht zu gefährden, zog das Kollektiv seine Teilnahme zurück.
Rekordgewinn
Die Frankfurter Volksbank hat 2025 einen Rekordgewinn erzielt. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, stieg der Überschuss des größten genossenschaftlichen Geldinstituts der Region deutlich an – vor allem dank höherer Zinsen und stabiler Kundennachfrage. Die Bilanzsumme legte weiter zu, ebenso das Kreditvolumen. Gleichzeitig investiert die Bank in Digitalisierung und Filialerneuerung. Für 2026 rechnet das Institut trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten mit einer soliden Entwicklung.
Club Voltaire
Rund 70 Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Politik fordern in einem bundesweiten Appell den Erhalt des traditionsreichen Club Voltaire. Der Mietvertrag des 1962 gegründeten Hauses läuft Ende 2026 aus – dem ältesten politischen Kulturclub Deutschlands droht damit das Aus. Die Unterzeichnenden betonen die historische Bedeutung des Ortes, der seit den 1960er-Jahren zentrale Rollen in Frauenbewegung, Protestkultur und kritischer Öffentlichkeit spielte. Zu den Unterstützenden zählen u.a. Thomas Bayrle, Barbara Klemm, Peter Brandt, Wolfgang Kraushaar, Bodo Kirchhoff und Daniel Cohn-Bendit.
Seilerei gerettet
Die Seilerei bleibt bestehen: Dank der Unterstützung eines Frankfurter Bürgers konnte eine Insolvenz abgewendet werden. Der Kulturort wird nun schrittweise wieder in Betrieb genommen, Umbauten laufen bereits. Eine teilweise Wiedereröffnung ist für April 2026 geplant. Die Seilerei hatte schon zuvor mit Konzerten, Ausstellungen, Bildungsformaten und Proben der Städtischen Bühnen ihre Vielseitigkeit gezeigt. Am 11. April lädt sie zum Saatgut-Markt ein, der im Außenbereich stattfindet; ob Innenflächen nutzbar sind, entscheidet sich nach Baufortschritt.
Grimme-Preis für Frankfurt Tatort
Der erste Frankfurter Tatort „Dunkelheit“ mit Melika Foroutan und Edin Hasanovic erhält den Grimme-Preis 2026 in der Kategorie Fiktion. Die Jury lobt die starke Perspektive der Angehörigen und Opfer sowie das präzise Drehbuch und die zurückhaltende Inszenierung. Der Film mache „neugierig auf weitere Folgen“ mit dem neuen Ermittlungsduo. Ausgezeichnet werden Regisseur und Co-Autor Stefan Schaller sowie die Autoren Senad Halilbasic und Erol Yesilkaya. Die Preisverleihung findet am 24. April in Marl statt.
Bundesgartenschau 2045
Frankfurt bewirbt sich offiziell für die Bundesgartenschau 2045 und setzt dabei auf innovative, nachhaltige Stadtentwicklung. Die DBG lobt die Bewerbung bereits als „sehr gelungen“. Geplant ist eine dezentrale BUGA ohne Zäune, die Klimaanpassung, Biodiversität und soziale Teilhabe stärken soll. Zentrale Projekte wie die Einhausung der A661, neue Grünachsen und urbane Begrünungskonzepte könnten integriert werden. Frankfurt möchte damit an die erfolgreiche BUGA 1989 anknüpfen, die den Niddapark hervorbrachte.
Naxoshalle und Papageno-Theater
Frankfurt investiert weiter in seine freie Kulturszene: Während die Naxoshalle für rund 820.000 Euro saniert wird, erhält auch das Papageno-Musiktheater dringend benötigte Unterstützung. Laut FAZ bekommt das Theater 260.000 Euro für die Reparatur seines maroden Dachs, nachdem es bereits 100.000 Euro aus eigenen Mitteln gesammelt hatte. Ohne die Sanierung wäre der Spielbetrieb gefährdet gewesen. Beide Maßnahmen sichern wichtige Kulturorte der Stadt – und ermöglichen künftig wieder ganzjährigen, verlässlichen Betrieb.
Bauturbo
Frankfurt will den Wohnungsbau deutlich beschleunigen und hat Leitlinien für den bundesrechtlichen „Bauturbo“ beschlossen. Ziel ist es, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu verkürzen, ohne Qualitäts-, Sozial- oder Umweltstandards zu senken. Der Bauturbo soll dort greifen, wo Projekte weit fortgeschritten sind – etwa bei Nachverdichtungen, dem neuen Quartier am ehemaligen Panoramabad oder im Gutleut-West. Neubau im Außenbereich bleibt ausgeschlossen. Bereits 2025 stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen um 40 Prozent. Eine wöchentliche „Bauturbo-Konferenz“ soll Fälle künftig schneller abstimmen.
Römerstadt
Frankfurt integriert archäologische Funde aus der römischen Antike in ein neues Wohnprojekt in der Römerstadt. Auf dem Areal sollen rund 190 Mietwohnungen entstehen. Bei Grabungen wurden unter anderem ein Steinkeller sowie mehrere Töpferöfen entdeckt. Um die rund 1800 Jahre alten Funde zu erhalten und zugänglich zu machen, wird im Erdgeschoss eines der Neubauten eine museale Fläche des Archäologischen Museums geschaffen. Dort sollen die Funde baulich geschützt und im Rahmen von Führungen gezeigt werden.