Heidi Zehentner, Redaktionsleitung
Weihnachten ist vorbei – und mit ihm die Hektik. Glühwein und Würstchen wurden am übervollen Frankfurter Weihnachtsmarkt verzehrt, Geschenke sind verteilt, Plätzchen in Mengen gebacken und verputzt und fröhliches Liedgut geträllert. Endlich ist Ruhe eingekehrt. Wir sitzen vor unserem glitzernden Baum, den wir am liebsten gar nicht mehr abschmücken würden, und bewundern die Kreativität unserer Lieben bei der Geschenkauswahl. Auch wir haben lange überlegt: Was kommt gut an, was zaubert mehr als ein müdes Lächeln? Die Schwägerin bekam ein schönes Tuch, der Neffe eine Football-Cap. Listen führten wir seit November – im engsten Kreis haben wir es diesmal pragmatisch gelöst: Statt Überraschungen gab es Gemeinschaftsgeschenke für den Haushalt. Wenig spektakulär, aber mit zufriedenen Gesichtern.
Die Vorweihnachtszeit verging wie im Flug – stressig, ja, aber dafür bin ich dankbar. Denn sie ließ anderes in den Hintergrund treten: politische Schlagzeilen, Skandale, all die „unheiligen“ Akteure. Das Attentat am berühmten Surfer-Mekka Bondi Beach in Sydney erschütterte: 15 Menschen starben, während sie das jüdische Lichterfest Chanukka feierten. Antisemitismus zeigt erneut seine hässliche Fratze. Und nicht nur er – auch Islamophobie wächst. Doch dann handelt ein Mensch muslimischen Glaubens mutig: Er überwältigt einen Attentäter, entreißt ihm das Gewehr und verhindert Schlimmeres. Vielleicht ein leises Zeichen, dass friedliches Miteinander möglich ist. Dass Unrecht geahndet und Menschen geschützt werden müssen – genau das ist doch der Weihnachtsgedanke.
2026 beginnt. Es wird wieder Übles geben, aber auch Geschichten von Mut und Menschlichkeit. Frohes neues Jahr – möge es uns Hoffnung schenken!