Heidi Zehentner, Redaktionsleitung
Da läuft doch tatsächlich Hessen den Bayern den Rang ab. Nicht nur, dass das Gendern nun in öffentlichen Einrichtungen verboten ist – das haben die Bayern ihren Ämtern auch angeordnet –, es wird als Fehler gewertet, benutzt es ein:e Abiturient:in in den Prüfungen. Weil es Wichtigeres gibt als Gendern, weil es nicht so gut aussieht, ja weil …, weil es einfach doof ist! Und weil so viele Bürger:innen dafür sind. (Stehen ja wieder Wahlen an.) Ist es nicht eher so, dass es vielen schlicht egal ist? So wie auch bei der Rechtschreibreform vor einigen Jahren, bei der auch ein Aufschrei durch die Massen ging. Geht nicht, zu schwer, zu ungewohnt, zu …, zu doof … Und heute wird sie benutzt, als ob es nie etwas anderes gegeben hätte. Ist es nicht eher unverständlich, eine zukunftsweisende Formulierung zu verbieten, die in kurzer Zeit genauso gängig wie die Rechtschreibreform wäre? Und ist ein Verbot nicht eine ungeheure und rückwärtsgewandte Einschränkung der Meinungsfreiheit, zumal es nie ein Gender-Gebot gab. Also was verbieten? Eine klare Position zur Geschlechtergerechtigkeit? Hardliner Hessen! Dass es eine konservative Partei nicht besser weiß und kann, na ja. Aber eine, die sich auch einer für Frauen gerechten Welt verschrieben hat? Wir können nur ahnen, dass es ein Zugeständnis für eine Regierungskoalition in Hessen war. Schade. Einfach nur schade … und doof.