Die Pflegebranche wird eine der wichtigsten der nächsten Jahrzehnte; ein Job darin muss attraktiv sein. Die AWO Frankfurt kennt die Herausforderungen der Beschäftigten und geht sie zeitgemäß an.
Als Träger von demnächst vier großen Pflegeeinrichtungen mit rund 600 Mitarbeitenden sowie eines stadtweiten ambulanten Dienstes setzt sich die Arbeiterwohlfahrt Frankfurt täglich mit dem Fachkräftemangel auseinander. „Jammern ist jedoch nicht der Weg, den die AWO geht, um gute Fachkräfte zu gewinnen.“, so Vorstandsvorsitzender Axel Dornis, „Das hilft niemandem, stattdessen tun wir etwas dagegen.“
Doch das ist nicht so einfach, wie es klingt. „Die Wahrheit ist: Ein Beruf in der Pflege genießt hierzulande kein allzu hohes Ansehen.“ Moritz Wahl, Pflegedirektor bei der AWO Frankfurt, zählt die Nachteile davon auf: „Geringe Attraktivität und Wertschätzung des Berufsstands, Einstiegshürden aus Drittländern und einiges mehr.“
Natürlich spürt man das auch im Alltag. Daria Kotowski, Praxisanleiterin für die Pflegeausbildung im August Stunz Zentrum der AWO erinnert sich fünf Jahre zurück: „Ich wünsche mir mehr Anerkennung in der Gesellschaft. Corona war der Anfang, da gab es ‚Danke-Meldungen‘ in den Medien, wir wurden als ‚systemrelevant‘ gesehen. Ich finde, das darf jetzt nicht einschlafen, denn was wir tun wird jedes Jahr wichtiger.“
Gutes Gehalt und echte Vorteile
Zu den Grundwerten der AWO zählt Wertschätzung und genau hier setzt der Lösungsweg an, denn diese lässt sich durch mehr als nur einen festen Händedruck ausdrücken. „Ganz ehrlich: Wertschätzung beginnt auch beim Gehalt.“, sagt Mathias Rosenberger, kollegialer Zentrumsleiter im Johanna Kirchner Altenhilfezentrum ganz offen, „Meine Bekannte bekommt als Hotelfachangestellte knapp 2.800 Euro Brutto – obwohl sie genauso mit Menschen, mit Wochenenddiensten und in Schichten arbeitet. Bei der AWO geht es direkt nach der Ausbildung mit rund 3.600 Euro Brutto los; plus Zuschläge fürs Wochenende und das Deutschlandticket gratis.“
„Ein gutes Gehalt reicht aber nicht, wenn der Weg in den Job so holprig ist.“ Pflegedirektor Wahl spielt damit auf Arbeitskräfte aus dem Ausland an und auch ihnen bietet die AWO etwas: „Wir haben eine eigene Stelle geschaffen, die für Arbeitssuchende aus Drittländern bereitsteht. Ganz individuell geht sie mit den Leuten durch den Erstkontakt, durch berufliche Anerkennungsverfahren und wir bieten Sprachkurse.“ Auch für Wohnungsnot gibt es eine Lösung: „In unserem brandneuen Pflegeheim in Sachsenhausen haben wir erstmals möblierte Mitarbeiter-Appartements. Sie bieten nicht nur eine zentrale Lage, sondern für viele einfach den Start in ein neues Leben mit sicherer Perspektive.“, so Wahl.
Die Zukunft der Pflege beginnt in Sachsenhausen
Das neue Pflegeheim ist für den Kreisverband eine Art Blaupause für die Zukunft der Pflege: Statt nur auf mehr Personal zu hoffen, schöpft er alle Möglichkeiten aus: durch die Umsetzung der neuen Personalbemessung kommt mehr Personal in die Pflege. Er setzt gesonderte Stellenanteile für die palliative Versorgung und für Beratungsangebote der Bewohnenden ein und der Verband bildet selbst aus.
Matthias Schick, kollegialer Zentrumsleiter der Einrichtung, die in diesen Wochen öffnet, ist begeistert: „Wertschätzung und Teilhabe steht für uns über allem – das gilt für die Bewohnenden aber auch für die Mitarbeitenden. Wir wollen das Arbeiten so angenehm wie möglich machen, darum ersetzen wir den Papierkram wo immer möglich durch digitalisierte Prozesse. Pflegekräfte haben Tablets und Smartphones für die Dokumentation, mit Apps werden Risiken schneller erkannt und Essenswünsche der Bewohnenden können ganz individuell digital erfasst werden.“
„Ich möchte auf jeden Fall in den Flexpool, den die AWO gerade aufbaut.“, gibt eine Bewerberin für das neue Haus in Sachsenhausen an, „Der gibt mir das erste Mal die Möglichkeit, dass sich der Job nach mir und meinem Leben richtet und nicht umgekehrt. Du gibst an, wann und wie viele Stunden du arbeiten kannst, wirst entsprechend eingeplant und es gibt Gehaltszuschläge. “
Axel Dornis ist stolz auf das neue Pflegeheim: „Während andere Träger gezwungen sind, Häuser zu schließen, erneuern wir uns von innen heraus. Wir haben uns darüber viele Gedanken gemacht und konnten Pflegeplätze und damit auch Arbeitsplätze erhalten. Branchenexperten und Gutachter haben uns verbrieft, dass es funktionieren wird und was unser wichtigstes Angebot an Pflegebedürftige und Pflegende ist: Sicherheit.“ Diese bildet aber nur die Grundlage für etwas noch wichtigeres: Die Wertschätzung für den Pflegeberuf neugestalten und leben zu können.
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