© Stadt Frankfurt am Main/Michael Braunschädel
Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner, Preisträgerin Masih Alinejad & Mike Josef
Auf die Freiheit
Ende März wurde an geschichtsträchtiger Stelle in der Paulskirche erstmals der Europäische Paulskirchenpreis für Demokratie verliehen. Vom Kuratorium aus 30 Bewerbungen ausgewählt wurde die iranisch-amerikanische Journalistin Masih Alinejad. „Masih Alinejad setzt sich besonders dafür ein, dass es den Frauen im Iran endlich möglich ist, frei und selbstbestimmt zu leben, sie nicht weiter zu Objekten von Missachtung, Misshandlung und Ausgrenzung degradiert werden. Sie ist in diesem Freiheitskampf eine bedeutende, mutige und selbstbewusste Stimme“, betonte OB Mike Josef. In ihrer Dankesrede nahm sie Bezug auf die große Opferbereitschaft der Bevölkerung für persönliche Freiheit: „Ich möchte diesen prestigeträchtigen Preis den mutigen Frauen und Männern widmen, die für einen freien Iran kämpfen, in dem Demokratie sowie Menschen- und Frauenrechte geachtet werden. Viele haben ihr Leben für diese Werte geopfert.“
© Fabian Otto
Markus Lindenberg, Moema Rodrigues (Elora Fashion), Fotograf Fabian Otto & die Mrs. Metropolregion Rhein-Neckar 2026 Timja Bilali
Castingmarathon
Mitte April fand das dritte Casting zur Elora Fashion Show 2026 im Avani Frankfurt City Hotel statt. Voller Energie präsentierten sich zahlreiche Models aus ganz Deutschland – und machten deutlich, welche Eigenschaften dem Damenmoden-Label Elora wichtig sind: Vielfalt, Persönlichkeit und moderne Schönheit. Unterstützt wurde das Casting von einer prominent besetzten Jury aus Fashion, Beauty, Medien und Wirtschaft. Mit dabei waren u.a. der General Manager Avani Frankfurt City Markus Lindenberg, Moema Rodrigues von Elora Fashion und die Mrs. Schleswig-Holstein Eve Opara. Die Elora Fashion Show findet dann 30. April 2026 im Avani Frankfurt City Hotel statt.
Samuel Koelewijn & Verena Heubner
An einem Strang ziehen
Viel frisches Grün und nur wenige dunkle Wolken waren beim Saatgutmarkt der Netzwerk Seilerei zu erblicken. Die finanziell stark angeschlagene Begegnungsstätte musste die Veranstaltung wegen nicht fertiggestellter Baumaßnahmen kurzerhand nach draußen verlegen – kein Problem bei bestem Wetter. Ob es überhaupt mit der Seilerei weitergehen kann, stand lange nicht fest. Erst ein aus Sachsenhausen kommender, anonym bleibender Gönner, von Samuel Koelewijn, einem Freund des Hauses, der auch durch die Veranstaltung führte, kurzerhand „Heinz Ritter, der Retter“ genannt, schloss Anfang 2026 mit einem siebenstelligen Betrag die Deckungslücke, um damit die behördlichen Auflagen erfüllen zu können. Neben den obligatorischen Maßnahmen für die Sicherheit sollen noch weitere, eher optischer Natur folgen. Zusätzlich belastet der Kredit, den Heubner aufnehmen musste, um die anderen Erben des Geländes auszubezahlen. Immerhin stehe der Businessplan für den laufenden Betrieb mit Theaterstücken, Kunst und Konzerten. Ein Spaziergang wird die Zukunft der Seilerei also nicht, doch Heubner lässt sich davon nicht von ihrem Weg abbringen: „Unter Druck entstehen Diamanten.“
Peter „Bahnbabo“ Wirth
Ankommen in Frankfurt
Früher oder später lernt (fast) jede(r) unsere schöne Mainmetrople zu lieben – oder zumindest zu schätzen. Doch gerade am Anfang macht sie es niemandem leicht. Die Doku-Serie „Welcome to Frankfurt – Neu in der Stadt“ vom Hessischen Rundfunk (hr) begleitet acht Menschen, die hier neu anfangen. Zwischen Wohnungssuche, Finanz-Jobs, Kunstprojekten, Nachtleben und Überleben auf der Straße zeigt die Dokumentation, wie unterschiedlich Ankommen sein kann. Ankommen ist für Peter „Bahnbabo“ Wirth – der sich bei der Preview im Cinemakino mit über 100 geladenen Gästen die Teile eins und drei anschaute – zwar kein Thema mehr, aber seine Liebe gehört Frankfurt – für immer: „In Frankfurt bin ich geboren, hier werde ich sterben, mit viel Herz und Schmerz“, und fügt mit einem Lächeln hinzu. „Das könnte von Goethe sein, ist aber von mir.“ Alle vier Teile der Serie sind in der ARD-Mediathek ab Ende April abrufbar.
© Bernd Kammerer
Silke Thoss & Annette Gloser
Subkultur unter Glas
Wer glaubt, der Frankfurter Kunstverein sei nur Hochkultur und White Cube, wird hier eines Besseren belehrt. „Hidden History – Subkultur im Frankfurter Kunstverein“ holt das Unsichtbare ins Rampenlicht: Szenen, Orte und Praktiken, die Frankfurt jenseits von Skyline und Business geprägt haben. Punk, Techno, DIY, Aktivismus, Club- und Jugendkultur werden nicht nostalgisch verklärt, sondern als lebendige Stadtgeschichte erzählt. Der Clou: Die Ausstellung denkt Subkultur nicht als Randnotiz, sondern als Motor urbaner Entwicklung. Archive treffen auf persönliche Erinnerungen, Plakate auf Videos, Relikte auf neue Kontexte. Wer Frankfurt kennt, erkennt Linien – wer neu ist, versteht plötzlich, warum diese Stadt immer auch Reibung braucht. Ein Insider-Trip durch Schichten der Stadt, die sonst unter der Oberfläche bleiben. Ein Pflichttermin für alle, die Frankfurt nicht nur sehen, sondern begreifen wollen.
Für FRIZZ Das Magazin waren unterwegs: Michael Faust und Heidi Zehentner
Kontakt zur Inside-Redaktion: faust@frizz-frankfurt.de