Klaus-Peter Wolf
Nicht leer in Leer, sondern voll in Frankfurt
Deutschland liebt Krimis. Ein ganz besonders beliebtes Subgenre ist dabei Lokale Krimis, bevorzugt in Metropolen oder Ballungsräumen. Vielleicht ist genau das eines der wesentlichen Erfolgsgeheimnisse von Klaus-Peter Wolf, dass er seine Krimireihe in der tiefsten ostfriesischen Provinz angesiedelt hat und damit eine echte Alternative zum Mainstream aufgebaut hat. Mittlerweile sind 20 Bände seiner Ostfrieslandkrimis samt mehrerer Ableger und TV-Produktionen entstanden – das praktisch druckfrische Werk „Ostfriesenerbe“ erschien Ende Januar. Klar, dass sein Autor seinem Verlag einen Besuch inklusive Lesung samt der Übergabe eines Sonderdrucks in Gold des Erstlingswerks abstattete. In den prall gefüllten Räumen des S. Fischer Verlages wurde der Wahl-Ostfriese wehmütig: „Die Anfangszeit war nicht leicht und ich erinnere mich an eine Lesung in der Stadt Leer, die ihrem Namen alle Ehre machte. Nur sieben Zuhörer waren gekommen und ich musste mit anhören, wie der Gastgeber seine Schwiegermutter am Telefon zum Kommen zwang.“ Davon kann heute keine Rede mehr sein: Im Februar toppte er mit „Ostfriesenerbe“ die Bestsellerliste und weitere Verfilmungen sind geplant.
Axel „Beve“ Hoffmann & Heidi Löhr
Eintracht Frankfurt und der Frauenfußball
Frauenfußball ist eine Erfolgsgeschichte. Viele machohafte Sprüche und abfällige Kommentare mussten sich die Pionierinnen anhören. Auch wenn heute noch die meiste Aufmerksamkeit klar auf dem Männerfußball liegt, hat sich bereits einiges getan: Lief das Frauen-Team der Eintracht vor 20 Jahren nebenher und war fernab professioneller Strukturen, sieht die Sache heute glücklicherweise anders aus. Um etwas Licht in das Dunkel der Anfangstage zu bringen, schrieb Axel „Beve“ Hoffmann das Buch „Die Geschichte des Frauenfußballs bei Eintracht Frankfurt“, das er unlängst im Eintracht-Museum vorstellte. Dabei waren viele Veteraninnen wie etwa Heidi Löhr, die vermutlich erste Torschützin der Eintracht-Frauenmannschaft. Vermutlich deshalb, weil in den Anfangstagen praktisch keine Statistiken erhoben wurden. „2004 herrschten am Riederwald abenteuerliche Zustände, aber das war uns egal, denn du hattest schließlich den Adler auf der Brust“, so Löhr, die auch die eine oder andere Begebenheit aus dem Nähkästchen plauderte: „Die Räumlichkeiten am Riederwald waren auf eine Damenmannschaft überhaupt nicht ausgelegt. Viele Türen ließen sich nicht schließen. Da kam es schon vor, dass die Eintrachtspieler von uns mehr zu sehen bekamen als eigentlich geplant ...“ Die Fusion 2020 mit dem 1. FFC Frankfurt bedeutete dann erstmals Bundesliga-Fußball für die Frauen mit dem Adler auf der Brust. Und wer weiß, was diese Saison noch möglich ist: Die Damen stehen im Halbfinale des UEFA Women’s Europa Cup und haben damit sogar die Chance auf einen internationalen Titel. Wir drücken die Daumen!
© Stadt Frankfurt/Holger Menzel
Das Kinderprinzenpaar Lisa I. & Moritz I., OB Mike Josef & das Prinzenpaar Janik I. und Sandra II. bei der Übergabe des Stadtschlüssels auf dem Balkon vom Römer.
Die 5. Jahreszeit
Jetzt ist sie auch schon wieder vorbei: Für viele ist das närrische Treiben die beste Zeit des Jahres, andere freuen sich dagegen mehr auf den Aschermittwoch ... Fastnacht polarisiert und selbst bei OB Mike Josef war es eher Liebe auf den zweiten Blick. Los ging es am Fastnachtssamstag um 13.11 Uhr mit der Erstürmung des Rathauses Römer. Der Ob begrüßte die Fastnachter:innen und übergab nach einem kleinen, nicht ernst gemeinten verbalen Schlagabtausch den Rathausschlüssel an das Frankfurter Prinzenpaar. Tags darauf schlängelte sich der Zug mit fast 180 Zugnummern ohne größere Zwischenfälle durch die Innenstadt. Im Anschluss bedankte sich das Stadtoberhaupt: Wie jedes Jahr verbindet die Kampagne ganz besonders Freude, Zusammenhalt und Lebenslust – Werte, die unsere Stadt ausmachen und uns in besonderer Weise zusammenbringen. Ich finde es immer wieder beeindruckend, was die Frankfurterinnen und Frankfurter Jahr für Jahr auf die Beine stellen. Viele nutzen ihre Freizeit, um Wagen zu entwerfen, Tanzeinlagen zu planen, Musik zu üben. Danke für dieses starke Engagement, das den Menschen unserer Stadt Freude bringt.“
Für FRIZZ Das Magazin war unterwegs: Michael Faust
Kontakt zur Inside-Redaktion: faust@frizz-frankfurt.de