Gastone (Giuseppe Porrello)
Ciuri Lounge Frankfurt
>> Ciuri Lounge (Gelbe Hirschstr. 10), Frankfurt, ciurifrankfurt.de
Mit dem Ciuri positioniert sich in Frankfurt ein Ort, der bewusst Abstand von klassischen Clubstrukturen hält und stärker auf kuratierte Inhalte setzt. Zentrale Figur dahinter ist der Frankfurter Musiker Gastone, der mit seinem „Mainlied“ bereits eine persönliche, künstlerische Perspektive auf die Stadt formuliert hat. Dieser Ansatz prägt auch das Konzept der Lounge. Das Programm ist klar auf Musik und künstlerischen Ausdruck ausgerichtet. Im Mittelpunkt stehen regelmäßig stattfindende Konzertabende mit Singer-Songwritern, die von Gastone selbst ausgewählt und häufig auch eröffnet werden. Ergänzt wird das Angebot durch Formate wie Listening Sessions oder kleinere kulturelle Beiträge. Der Fokus liegt auf reduzierter Atmosphäre, überschaubarem Publikum und einer Konzentration auf Inhalte. Auch im Kontext der aktuellen Debatte um Cannabis nimmt das Ciuri eine zurückhaltende Position ein. Das Thema wird nicht inszeniert, sondern als Teil eines kulturellen Umfelds mitgedacht. Eine kommerzielle Nutzung findet nicht statt – in der Lounge wird kein Cannabis vertrieben. Das Ciuri versteht sich insofern weniger als Ausgehort, sondern als kuratierter Kulturraum mit klarem Profil. In einer Stadt wie Frankfurt setzt das Konzept auf Differenzierung durch Ruhe, Auswahl und einen stark persönlich geprägten Zugang durch seinen Betreiber. Nun bleibt zu hoffen, dass der Vorstoß des hessischen Innenministers Roman Poseck, wesentliche Teile der Cannabis-Teillegalisierung zurückzudrehen, dem Ciuri nicht zum Verhängnis wird.
Heidi Zehentner
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SSIO
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Bebe Rexha
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Bebe Rexha
Clubtime
BU1: Bebe Rexha BU2: SSIO
Mit rund 120.000 Besucher:innen lag die diesjährige Ausgabe des World Club Domes auf einem vergleichbaren Niveau wie letztes Jahr. Zwar sieht es so aus, als ob die Zeiten der Rekordjagden damit trotz internationaler Topstars wie etwa Bebe Rexha erst einmal vorbei seien. Das scheint die Macher David Wyrich und Philipp Maier – die Geschäftsführer der WORLD CLUB DOME GmbH – angesichts allgemein fallender Besucher:innenzahlen bei Festivals nur bedingt zu stören. Viel ärgerlicher dürfte die kurzfristige Absage des Local Heroes Haftbefehl gewesen sein, der seine zahlreich erschienenen Fans erst warten ließ, bis dann SSIO einen Teil der Auftrittszeit übernahm. Was genau der Grund für die Nullnummer war, blieb zunächst unklar. Wochen später erklärte Heftbefehl in einem Social Media Post, er fühle sich emotional und körperlich nicht in der Lage aufzutreten. Auf jeden Fall eine unschöne Sache für alle Beteiligten. Schön für die Veranstalter ist dagegen die Verlängerung des Kontrakts im Deutsche Bank Park um weitere fünf Jahre. Die Zukunft von Frankfurts größtem Club mit einer bunten Mischung von Acts, Rap, EDM und Pop ist damit auch mittelfristig rund um das Waldstadion gesichert.
Festivalpräsident Hüseyin Sıtkı, Preisträgerin Sibel Kekilli, kulturpolitischer Sprecher Jan Klingelhöfer und Moderatorin Ebru Susur Atlı
Zwischen zwei Heimaten
Im Cinestar Metropolis gibt es bei der Eröffnung des 26. Internationalen Türkischen Filmfestivals Frankfurt nicht nur Blitzlicht, sondern auch Haltung. Sibel Kekilli erhält den Ehrenpreis – und macht aus dem Galamoment keinen roten Teppich aus Phrasen. „Ich fühle mich als Deutsche, aber gleichzeitig bin ich auch Türkin“, sagt sie später über Migration, Rollenbilder und die Frage, wo man eigentlich hingehört. Frankfurt kennt solche Zwischentöne. Zwischen Bahnhofsviertel, Bockenheim und Berger Straße ist Identität selten entweder-oder. Kekilli, international bekannt durch Game of Thrones, wird hier nicht für Promiglanz geehrt, sondern für Figuren, die etwas aushalten müssen. Beim Abend im Deutschen Filmmuseum geht es mit Die Fremde weiter: starke Frauenrollen, Brüche, Diskriminierung, Biografie. Glamour war da – aber interessanter war, dass er nicht allein im Mittelpunkt stand.
Julian Smith & DJ Daniele Iezzi
He is back
Seit einigen Wochen ist Julian Smith mit seinem neuen Club, der Tanzbar, am Start. Klar, dass wir ihm einen Besuch abstatten und uns von der Smith-typischen Tanzbarkeit seiner Beats überzeugen konnten. Die Stimmung ist ausgelassen und auch der Macher persönlich kommt nicht zu kurz: „Manche Besucher haben mich sogar in den Arm genommen und sich ausdrücklich dafür bedankt, dass es im Viertel endlich wieder einen Ort gibt, der musikalisch bewusst jenseits des Mainstreams unterwegs ist.“ Auch wenn der Start in den Sommermonaten sicherlich nicht einfach ist, sieht Smith darin eine Chance: „Wir nutzen diese Phase deshalb ganz bewusst, um unsere Abläufe weiter zu optimieren und den Betrieb kontinuierlich zu professionalisieren. Wie viele Clubs und Veranstaltungsorte freuen auch wir uns schon auf die Herbst- und Wintersaison.“ Und wer weiß, vielleicht wartet dann sogar das eine oder andere Special auf die Gäste: „Ich habe das Konzept der Tanzbar auch Freunden und Kollegen aus der DJ-Szene gezeigt – darunter Mousse T., Jan Delay, Phil Fuldner und Tocadisco – und die Resonanz war durchweg begeistert. Viele finden gerade den intimen Rahmen besonders reizvoll und können sich gut vorstellen, im Laufe des Jahres einmal für einen spontanen Secret Gig vorbeizuschauen. Dabei geht es weniger um große Ankündigungen oder spektakuläre Vermarktung, sondern vielmehr um den besonderen Vibe des Ortes.“
Für FRIZZ Das Magazin waren unterwegs: Michael Faust & Gaetano Rizzo, Kontakt zur Inside-Redaktion: faust@frizz-frankfurt.de