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Julian Smith mit Mousse T.
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Manuel Machel (Saxophon), Lara Wolf (Gesang), Julian Smith und C. J. Remis (Percussion)
Clubmagie zum Geburtstag
Trotz grauer Prognosen blieb das Chaos aus – und das Fortuna pulsierte schnell wie ein warmer Zufluchtsort im Winter. Die Gäste strömten ins Ostend, bereit für eine besondere Ausgabe von LOST IN MUSIC. ZUNDANZ eröffneten den Abend mit einem Live-Set, das vom ersten Takt an zündete: organische Grooves, treibende Afro-House-Textures und eine Spielfreude, die sofort Bewegung in den Raum brachte. Ein Start, der die Messlatte hoch legte. Danach übernahm Mousse T. das Ruder – mit jener eleganten Mischung aus Disco-Vibes, House-Herz und modernem Funk, die seinen internationalen Ruf prägt. Jeder Übergang saß, jeder Track hatte Klasse. Zum Finale trat Gastgeber Julian Smith selbst an die Decks – und das stilecht an seinem Geburtstag. Sein Set war warm, uplifting und voller persönlicher Lieblingsnummern, die den Abend in einen harmonischen Flow führten. Viele vertraute Gesichter, Künstler:innen und Szene-Menschen machten die Nacht komplett. LOST IN MUSIC zeigte einmal mehr: Wenn Stil, Energie und Gemeinschaft zusammentreffen, entsteht echte Clubmagie.
Stephanie Wüst, Anna Nero und Tyrown Vincent vor „Texas Ballroom“
Kunst über den Dächern
Ganz oben, über der Stadt, zeigte Frankfurt beim House of Galleries 2026 seine ruhige, elegante Seite. Ein Trio aus Schlagzeug und Synthesizern lieferte den Soundtrack im obersten Konferenzsaal – irgendwo zwischen Lounge und Kunstinstallation. Dazu Bar, Flying Buffet und kleine Häppchen. Empfang statt Getümmel. Mittendrin: Anna Nero, vor ihrem Gemälde „Texas Ballroom“, im Austausch mit Stephanie Wüst. Die Wirtschaftsdezernentin nutzte den Abend für einen ausgedehnten Rundgang durch alle drei Etagen – bevor sie später auch beim IHK-Neujahrsempfang vorbeischaute. Kunst als selbstverständlicher Teil des Terminkalenders. Ebenfalls präsent: Tyrown Vincent, Initiator des Formats, der hier einmal mehr zeigte, wie selbstverständlich sich Wirtschaft, Stadt und Kunst verbinden lassen. Auffällig war das Publikum: sehr schick gekleidet, viele Gesichter, die eher an langjährige Sammler:innen als an Nachwuchs-Szene erinnerten. Jung war an diesem Abend vor allem die Kunst – und genau das schien allen zu gefallen.
Schauspielerin Marie Leuenberger & Regisseurin Johanna Moder
Wenn Mutterglück kippt
Im Cinema fühlt sich dieser Abend zunächst nach gepflegter Premiere an: Fotocall, höfliche Routine. Dann läuft Mother’s Baby – und der Saal wird still. Sehr still. Der Film entwickelt sich zum Psychothriller mit Howdunit-DNA: Leidet die frischgewordene Mutter an einer postnatalen Störung oder ist sie Teil eines perfiden Spiels? Sicher ist nur: Etwas stimmt nicht. Regisseurin und Drehbuchautorin Johanna Moder erzählt diese Unsicherheit mit kühler Konsequenz, Schauspielerin Marie Leuenberger trägt den Film mit kontrollierter Distanz. Trost gibt es keinen, nur Zweifel. Im anschließenden Q&A wird wenig aufgelöst – auch als der Frankfurter Komponist Diego Ramos Rodríguez über Klang und innere Unruhe spricht. Im Publikum sitzen Hebammen, Psychotherapeut:innen, sichtbar auch Menschen mit eigener Erfahrung postnataler Depression. Die Diskussion verlagert sich aus dem Film in den Raum. Kein Wohlfühlkino, aber genau deshalb sehenswert.
Max Giesinger
Traumfabrik
Wie kaum eine andere Veranstaltung steht „Holiday on Ice“ seit Jahrzehnten für die Verbindung von Show, Sport und Musik – und genau hier kam bei der diesjährigen Ausgabe mit dem Namen „Cinema of Dreams“ der Stargast Max Giesinger ins Spiel. Bei der Premiere in der Festhalle stand der 37-Jährige zwar nicht selbst auf den Kufen, gab dafür aber zwei Gesangseinlagen. „Als die Anfrage kam, habe ich nicht lange überlegt“, so der Singer-Songwriter, für den es der einzige Auftritt bei Holiday on Ice bleiben sollte, bevor er sich in den Urlaub verabschiedete. Danach stehen ab Mitte Februar bis in den Frühherbst über 30 Konzerte im randvollen Terminkalender. Zur Mainmetropole hat er ein gutes Verhältnis: „Ich mag es hier in Frankfurt. Auch weil es so eine Stadt ist, in die man sich ja erst mal verlieben muss. Aber ich glaube, ich könnte hier sehr gut wohnen und mich hier sehr wohlfühlen“.
© Stadt Frankfurt am Main, Foto: Michael Braunschädel
Oberbürgermeister Mike Josef und Prof. Dr. Salomon Korn
Ignatz-Bubis-Preis geht an Salomon Korn
In Frankfurt ist Salomon Korn mit dem Ignatz-Bubis-Preis für Verständigung geehrt worden. Oberbürgermeister Mike Josef würdigte im Römer einen Mann, der jüdisches Leben in der Stadt seit Jahrzehnten sichtbar prägt. Korn, Überlebender der Schoa und langjähriger Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, setzte architektonische wie gesellschaftliche Zeichen – vom Gemeindezentrum an der Savignystraße bis zu seinem Engagement gegen Antisemitismus. In der Laudatio wurde er als Stimme beschrieben, die Brücken baut und Verantwortung verkörpert.
Für FRIZZ Das Magazin waren unterwegs: Michael Faust, Gaetano Rizzo & Heidi Zehentner
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