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Der Entwurf von Ferdinand Heide Architekten aus Frankfurt hat im Architekturwettbewerb für die Entwicklung der Gallusanlage 8 den ersten Preis erhalten. Dieser konnte sich gegen elf weitere Wettbewerberinnen und Wettbewerber aus dem Inland sowie dem europäischen Ausland durchsetzen. Die prämierte Arbeit konnte das neunköpfige Preisgericht unter dem Vorsitz von Prof. Ulrike Lauber überzeugen.
Nach Einschätzung der Jury fügt sich der Entwurf besonders gut in den städtischen Kontext ein. Er nimmt sich mit seinem schlichten, zeitlosen Erscheinungsbild formal zurück und gewinnt durch einen geschickten Versatz der Türme an Eleganz. Er bildet einen Zusammenhang mit der umgebenden Bebauung und besonders mit den gegenüberliegenden Wallanlagen und nutzt so das besondere Potential des Grundstücks.
Der Blockrandsockel, also der gemeinsame untere Gebäudeteil beider Türme, stuft sich in den Höhen ab und reagiert damit auf die benachbarten Bestandsgebäude. Der Sockelbereich ist offen und einladend gestaltet. Die kulturellen und weiteren öffentlichen Nutzungen sind zur Gallusanlage ausgerichtet. Sie treten zum Außenraum im Sockelbereich einladend in Erscheinung.Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit schafft der Entwurf über alle Nutzungskategorien eine sehr gute Flächenausnutzung.
Die Ausloberin hat für die Prämierung der Arbeiten Preisgelder in Höhe von insgesamt 310.000 Euro bereitgestellt.
Das Projekt ga8
Am Übergang zwischen Banken- und Bahnhofsviertel gelegen, soll das Projekt die bestehende Gruppe von Hochhäusern westlich der Taunusanlage stärken und einen Beitrag zur städtebaulichen Weiterentwicklung leisten. Durch eine vielfältige Nutzungsmischung – bestehend aus Arbeiten, Wohnen, Gastronomie, Hotel, Kultur, Erlebnis- und Aufenthaltsangeboten – wird ein lebendiger Stadtbaustein geschaffen. Das Projekt ga8 verfolgt das Ziel, Quartiersentwicklung, Stadtraumqualität und architektonische Nachhaltigkeit in einem ganzheitlichen Ansatz miteinander zu verbinden.
Das Hochhausprojekt an der Gallusanlage soll das bestehende Gebäude ersetzen und umfasst einen 170 Meter hohen Büroturm an der Gallusanlage und einen Wohnturm von 60 Metern Höhe an der Neckarstraße, die durch einen gemeinsamen Sockel verbunden sind. Der kleinere Wohnturm beherbergt ein breites Wohnungsangebot, darunter geförderte Wohnungen, studentisches Wohnen und innovative Wohnformen, die auf neue Lebenskonzepte ausgerichtet sind. Der preisgekrönte Entwurf hat die Jury in Bezug auf Architektur und Städtebau sowie Funktionalität, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit besonders überzeugt.
Das Projekt soll darüber hinaus auch einen neuen Standard für nachhaltige Hochhausentwicklung setzen: öffentlich zugängliche und begrünte Dachgärten, zusätzliche Baumpflanzungen entlang der Gallusanlage und der Neckarstraße, die Entsiegelung von Flächen sowie die klimatisch optimierte Anordnung der Baukörper sollen das Mikroklima verbessern und das Wohlbefinden im Quartier steigern.
Mit der Neubebauung wird die Versiegelung auf dem Grundstück reduziert, sodass mindestens 15 Prozent des Grundstücks entsiegelt werden und einen direkten Anschluss an den Boden bekommen. Der Siegerentwurf hat diese Maßgaben in besonderer Weise erfüllt.
Ausgangslage und Projektziele des Hochhausentwicklungsplans
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Bürgerbeteiligung mit einer Dialogveranstaltung im Mai startete im August dieses Jahres der Architekturwettbewerb. Hintergrund des Vorhabens ist der Hochhausentwicklungsplans 2024 (HEP) der Stadt Frankfurt. Hiernach soll auf dem Grundstück Gallusanlage 8 ein neues städtebauliches Ensemble entstehen: Büro- und Wohnturm bilden ein markantes Hochhausduo und ergänzen die Frankfurter Skyline an der Gallusanlage.