NGG Rhein-Main warnt:
„Der 8-Stunden-Tag darf nicht kippen“
Frankfurt arbeitet – und zwar gewaltig: Rund 2,8 Millionen Arbeitsstunden kommen hier jeden Tag zusammen, quer durch alle Branchen. „Das ist das Fleißpensum der Stadt“, sagt Hendrik Hallier von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Doch die Bundesregierung plant, die gesetzliche Grenze von acht Stunden pro Tag aufzuweichen. Künftig könnten 12-Stunden-Schichten Realität werden. Für Hallier ein Tabubruch: „Das darf nicht passieren. Wer länger arbeitet, zahlt mit seiner Gesundheit.“ Die NGG warnt vor den Folgen überlanger Arbeitstage: Unfälle, Schlaganfälle, Schlafstörungen, Burnout – die Liste ist lang. Studien zeigen: Nach acht Stunden steigt das Unfallrisiko deutlich, ab der zwölften Stunde sogar auf das Doppelte. Auch das Schlaganfallrisiko wächst: Bei mehr als 55 Wochenstunden um 33 Prozent. „Das ist kein abstraktes Risiko, sondern bittere Realität für viele Beschäftigte“, so Hallier. Besonders gefährlich seien Wechselschichten in der Lebensmittelindustrie. Früh-, Spät- und Nachtdienste bringen die innere Uhr durcheinander. Die Folge: Müdigkeit, Verdauungsprobleme, Depressionen. „Gut die Hälfte der Schichtarbeiter klagt über Schlafstörungen“, warnt Hallier. Neben der Gesundheit leidet auch das Familienleben: „Wer holt das Kind aus der Kita, wenn Arbeitstage unplanbar und endlos werden?“ Die NGG fordert deshalb: Hände weg vom Arbeitszeitgesetz! Der 8-Stunden-Tag sei ein zentraler Pfeiler des Arbeitsschutzes. „Das müssen die Abgeordneten aus Frankfurt wissen und nach Berlin tragen“, so Hallier. Die Gewerkschaft ruft zur Beteiligung an der DGB-Kampagne „Mit Macht für die 8“ auf.
Frankfurter Gerüstbauer
Löhne steigen kräftig
Ohne sie läuft am Bau nichts: Gerüstbauer sorgen dafür, dass Maler, Dachdecker und Sanierer sicher arbeiten können – ob an Fassaden, Dächern oder Kirchtürmen. In Frankfurt sind rund 80 Gerüstbauer im Einsatz. „Das ist ein Knochenjob bei Wind und Wetter, bei Hitze und Kälte. Jetzt gibt es dafür mehr Geld“, sagt Bruno Walle von der IG BAU Rhein-Main. Ab November steigen die Löhne um 7,5 Prozent. Für erfahrene Gesellen bedeutet das rund 225 Euro mehr pro Monat bei Vollzeit. „Das haben wir am Tariftisch durchgesetzt“, so Walle. Und es geht weiter: Im Herbst 2026 folgt ein weiteres Plus. Schon vorher gibt es eine wichtige Änderung: Ab Januar gilt ein Mindestlohn von 14,35 Euro pro Stunde – 40 Cent mehr als bisher. Auch der Nachwuchs profitiert. Die Ausbildungsvergütung steigt deutlich: 1.125 Euro im ersten Jahr, 1.300 Euro im zweiten und 1.550 Euro im dritten Jahr. „Das macht die Ausbildung attraktiver und sichert die Zukunft des Handwerks“, betont Walle. Die IG BAU sieht die Lohnerhöhung als klares Signal: „Gerüstbauer tragen enorme Verantwortung und riskieren täglich ihre Gesundheit. Faire Bezahlung ist das Mindeste.“ Für die Branche ist das ein wichtiger Schritt, um Fachkräfte zu halten – und neue zu gewinnen.
EcoSkills – „Handwerk für morgen“
Energie, Klima & Zukunft im Fokus
Mit EcoSkills – Handwerk für morgen startet die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main ein spannendes, zweitägiges Workshop-Angebot für Schüler:innen der Klassen 9 bis 11. In praxisorientierten Einheiten erleben Teenager hautnah, wie Handwerksberufe zur Klimawende beitragen. Die kostenfreie Veranstaltung findet im Berufsbildungs- und Technologiezentrum Weiterstadt statt (Rudolf-Diesel-Straße 30), jeweils von 8:30 bis 14:30 Uhr. Die Termine: 12./13., 14./15., 26./27. und 28./29. Januar 2026. Anmeldungen sind bis 6. Januar möglich (https://eveeno.com/ecoskills). Unter dem Motto „Werde Energieheld!“ vermitteln Fachkräfte faszinierende Einblicke in Zukunftsberufe wie Energieberater:innen, Solarteur:innen oder Gebäude-Effizienz-Expert:innen. Neben theoretischen Grundlagen stehen Hands-on-Experimente auf dem Programm: Luftdichtheitstests mit Nebel, Wärmebildtechnik und die Arbeit mit Dämmstoffen. Die Teilnehmenden erfahren direkt, wie energetische Sanierung und klimagerechtes Bauen funktionieren – vielleicht der erste Schritt in Richtung eigene Ausbildung im Bau- und Umweltbereich. Zusätzlich beleuchtet der Workshop zentrale Zusammenhänge: Vom Alltags-Impact einzelner Baumaterialien bis hin zur gesellschaftlichen Verantwortung des Handwerks bei Klimaschutz und Energiewende. Die Initiative zielt darauf ab, Jugendliche für das Handwerk zu begeistern, Sichtbarkeit zu schaffen und Nachwuchs für zukunftssichere Berufe zu gewinnen. „EcoSkills macht handwerkliche Zukunft erlebbar – und zeigt: Handwerk wirkt beim Klimaschutz direkt und konkret. Das ist praxisnahes Lernen, das begeistert“, so ein Sprecher der Kammer.