Kuehle-Busse-am-Willy-Brandt-Platz-bieten-obdachlosen-Meschen-Hitzeschutz-Copyright-Stadt-Frankfurt-am-Main-Foto-Hassenpflug
Die Stadt Frankfurt stellt obdachlosen Menschen an heißen Tagen erstmals klimatisierte Busse als Rückzugsorte zur Verfügung. Die beiden Kühlmobile stehen bis Ende August am zentralen Willy-Brandt-Platz und bieten jeweils Platz für rund 40 Menschen. Die mit mobilen Klimageräten ausgestatteten ausrangierten Busse haben täglich von 13 bis 19 Uhr geöffnet. Das Projekt wurde von Elke Voitl, Dezernentin für Soziales und Gesundheit, gemeinsam mit der Johanniter-Unfall-Hilfe initiiert.
„Extreme Hitze in Innenstädten ist ein Gesundheitsrisiko – besonders für obdachlose Menschen. Denn sie können sich nicht einfach in einem klimatisierten Einkaufszentrum oder Restaurant abkühlen. Mit diesem deutschlandweit einmaligen Projekt reagiert die Stadt Frankfurt schnell und pragmatisch auf den heißen Sommer“, sagt Voitl. Mit den Kühlmobilen erweitert die Stadt Frankfurt ihre Maßnahmen zum Schutz besonders gefährdeter Menschen bei extremer Hitze.
Die Johanniter bieten in den Kühlmobilen kostenlos Trinkwasser an, stehen als Ansprechpersonen bereit und vermitteln bei Bedarf weitere Hilfsangebote. Sicherheitspersonal unterstützt den geordneten Betrieb. „Der Willy-Brandt-Platz ist mit seiner Lage zwischen der Innenstadt und dem Bahnhofsviertel für obdachlose Menschen leicht erreichbar. Als Johanniter verbinden wir medizinische Hilfe, soziale Betreuung und praktische Hilfeleistung direkt dort, wo sie gebraucht wird“, sagt Oliver Pitsch, Regionalvorstand der Johanniter.
Stadt sichert Hilfe für obdachlose Menschen
Vier niedrigschwellige Unterkünfte ersetzen bisherige Notübernachtung
Die Stadt Frankfurt hat ihre Hilfen für obdachlose Menschen weiterentwickelt. An die Stelle der Notübernachtung am Eschenheimer Tor treten künftig vier feste, niedrigschwellige Unterkünfte. Sie verbinden einen unkomplizierten Zugang zu einem sicheren Schlafplatz mit leistungsfähiger Betreuung. Bereits im August sollen das Henriette-Fürth-Haus im Gutleutviertel und der Tagestreff Weser 5 im Bahnhofsviertel mehr als 70 Menschen aufnehmen. Im September folgen das Haus Lichtblick an der Eschersheimer Landstraße und eine Immobilie in der Innenstadt mit insgesamt rund 75 weiteren Schlafplätzen. Betrieben werden sämtliche Einrichtungen im Auftrag der Stadt von der Caritas Frankfurt und der Diakonie Frankfurt und Offenbach.
„Die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie wichtig ein leistungsfähiges Hilfesystem ist, das auch in schwierigen Situationen handlungsfähig ist. Unser Ziel bleibt, dass jeder Mensch einen sicheren Schlafplatz findet“, sagt Elke Voitl, Dezernentin für Soziales und Gesundheit. „Uns war besonders wichtig, dass mit dem Ende der Notübernachtung am Eschenheimer Tor kein niedrigschwelliges Angebot in dieser Stadt verloren geht. Deshalb haben wir nicht einfach bestehende Einrichtungen aufgestockt, sondern die Gelegenheit genutzt, Unterkünfte zu schaffen, die ohne hohe Zugangshürden sind.“
Auslöser für die Neuordnung war die unerwartete Schließung der Notübernachtung am Eschenheimer Tor. Um die Versorgung ohne Unterbrechung zu gewährleisten, errichtete die Stadt übergangsweise eine Zeltunterkunft in der Bockenheimer Anlage. Parallel dazu wurden vier feste Unterkünfte für die niedrigschwellige Versorgung vorbereitet. Mit deren Inbetriebnahme kann die Zeltunterkunft wie geplant schrittweise zurückgebaut werden.