Handgezogene Nudeln, kräftige Aromen und ein Tempo, das zum Konzept gehört: Wen Cheng bringt den Berliner Hype stilsicher nach Frankfurt.
Rund 30 Minuten stehen wir draußen, bevor uns der große, urban gestaltete Gastraum aufnimmt. Rot-blaue Wände, Backstein und eng gestellte Zweiertische formen ein junges, schnelles Dining-Konzept mit effizientem Service. Der Laden ist dauerhaft voll und konzeptionell klar auf kurzes Verweilen ausgelegt. Zwei Hauptgerichte – jeweils in vier Varianten – prägen die Karte: Beef, Lamb & Cumin, Tofu & Shiitake oder Aubergine & veganes Hack. Biang Biang bildet die intensivere Linie: Chili, Knoblauch, Frühlingszwiebeln, viel sichtbarer Koriander und Zwiebelöl prägen die würzige Schärfe. Das Lamm (16,50 €) ist nicht zart, sondern bewusst bissfest und aromatisch – ideal für diese Variante. Wen Cheng ist milder: Tomaten-Knoblauch-Soße, weniger Öl, asiatische Pickles und ebenfalls reichlich Koriander. Das Rind (15,50 €) ist auffällig zart, fast butterweich, während die Soße eher an eine leichte, würzige Brühe erinnert als an fruchtige Tomate. Beide Gerichte funktionieren, nur mit unterschiedlichem Charakter: Lamm kräftig, Rind rund und harmonisch. Der Chicken-Bao (6,90 €) überzeugt mit knuspriger Panierung, Aioli und kleinen eingelegten Gurken. Der Cucumber Salad (5,50 €) startet mild, wird unten schärfer und ist als Einzelportion passend, als Ergänzung zu einem der üppigen Hauptgerichte jedoch fast zu groß. Fazit: Viel Wartezeit, wenig Gemütlichkeit – aber starke Nudeln, klare Aromatik und ein Konzept, das in Frankfurt ankommt. Wer handgezogene Nudeln liebt, wird hier wieder anstehen.
Essen 5/6
Service 4/6
Ambiente 4/6
Wen Cheng Restaurants
Berger Str. 111 (Bornheim)
wenchengnoodles.com/locations/frankfurt
Di–Fr 17–22, Sa, So 16–22 Uhr
Nicht barrierefrei