Authentisch! So heiß wie der Sommer ’26: Authentische Sichuanküche – scharf, hocharmatisch und voller Überraschungen für Experimentierfreudige.
Pizza und chinesische Küche machen gefühlt 80 % der Neueröffnungen aus. Betont wird immer öfter die Authentizität. Das Nanmei ist jedenfalls meilenweit von Ente süß-sauer entfernt. Mit dem Gurkensalat mit Knoblauch (6,80 €) startet es noch zahm – für unseren Geschmack sogar zu zahm: Die Gurkenstücke sind zwar perfekt durchzogen, frisch und aromatisch. Leider fehlt aber ein Spritzer Säure, der den Salat auf ein anderes Level gehoben hätte. Bei den würzig angemachten Nudeln (12,50 €) startet die Küche dann langsam durch: Deutliche Noten von Sternanis, Zimt und natürlich Sichuanpfeffer bestimmen das Aroma des scharf angebratenen, sehr dunklen Hackfleischs mit Erdnüssen. Gerade die darin enthaltenen Zwiebeln sind schon fast schwarz, ohne allerdings bitter zu sein. Da stören uns die sehr weichen Nudeln doch ein wenig mehr. Die ganze Seele dieser für ihre betäubende Schärfe bekannte Regionalküche findet sich dann in dem üppig portionierten scharfen Eintopf mit Sichuan-Gemüse und Fleisch im Tontopf (24,80 €). Eine gewisse Experimentierfreude sei angeraten, denn selbst der etwas überforderte Service konnte vor der Bestellung nicht aufklären, was genau im Eintopf drinsteckt. Hähnchen auf jeden Fall nicht, dafür aber eine Menge gerösteter Chilis, Tofu, zartes Rindfleisch, Frühstücksfleisch, Pilze und einige nur schwer identifizierbare Elemente – wir tippen u.a. auf Rindermagen und Kutteln. Diese Geschmacksbombe lässt – auch hinsichtlich des Konsistenzenspiels – keine Wünsche offen.
Michael Faust
Essen: 5/6
Service: 4/6
Ambiente: 4/6
Nanmei
Zeil 2 (Innenstadt)
(069) 75 79 67 68, nanmei-eintopf.de/
Mi-So 11.30-15 + 17-21 Uhr
Eingeschränkt barrierefrei