Chinesische Nudelsuppe und mehr im Bahnhofsviertel. Der Herbst kann kommen: Traditionelle handgezogene Nudeln und schmackhafte Brühen, großzügige Portionen und gelungene Überraschungen.
Zum Einstieg überzeugt der chinesische Gurkensalat (6,00 €) auf ganzer Linie: knackige Gurken, viel Knoblauch, Sesam, frischer Koriander und ein aromatisch-würziges Dressing sorgen für einen erfrischenden Auftakt. Auch die Har Gow (9,90 €), zwei Dim-Sum-Varianten mit Garnelen beziehungsweise Garnelen und Spinat, punkten mit sehr frischen Garnelen. Der Teig ist allerdings etwas zu weich geraten. Die gebratenen Jiaozi (9,00 €) mit Schweinefleisch, Frühlingszwiebeln und Ingwer bleiben wegen der fettig und zurückhaltend gewürzten Füllung etwas zurück. Die Hong Shao Niu Nan Mian (16,00 €), eine Nudelsuppe mit langsam geschmortem Rindfleisch und Reisnudeln, kommt mit einer kräftigen, würzigen Brühe. Das Rindfleisch ist ausgesprochen zart und intensiv gewürzt. Auch die fleischlose Sun Gan Tang Mian (17,00 €) mit geräuchertem Bambus kann mithalten: Die vegetarische Brühe ist aromatisch – besonders die Pilznoten kommen gut zur Geltung. Highlight sind die handgezogenen Weizennudeln mit viel Biss und schöner, chewy Konsistenz. Lediglich vom Bambus-Topping ist etwas zu viel auf dem Teller. Dazu werden Beilagen wie marinierter brauner Senf, eine Art chinesisches Sauerkraut, sowie marinierte Sojasprossen mit Frühlingszwiebeln gereicht. Das Überraschungsmoment kommt zum Dessert: Die Liu Sha Bao (8,30 €) sind sehr gelungen. Sie haben einen frischen, weichen Teig mit schwarzem Sesam und den erwarteten flüssigen Lava-Kern. Einzig im Custard waren noch vereinzelt Zuckerkristalle zu schmecken.
Ira Sullivan
Essen: 5/6
Service: 5/6
Ambiente: 5/6
Jaho Kitchen
Moselstraße 25 (Bahnhofsviertel)
Insta: @jaho.kitchen
Mo-So 11.30 – 22.00 Uhr
Eingeschränkt barrierefrei