Low Waste: Vom Blatt bis zur Wurzel: Die vegetarischen und veganen Menüs im Daisy setzen auf bewussten Genuss und Nachhaltigkeit.
Wer dachte, dass Fleischgerichte zwingend zum Fine Dining gehören, wird hier eines Besseren belehrt. Im Daisy werden saisonales Gemüse und Obst als Hauptdarsteller gekonnt in Szene gesetzt. Nach einem kleinen Gruß aus der Küche bringt die zuvorkommende Bedienung das Menü auf kleinen Schiefertafeln. Die Einrichtung erinnert noch an die ehemalige Apotheke in dem Gebäude – der Stil ist eher kühl und minimalistisch. Wir entscheiden uns für das vegane Drei-Gänge-Menü (79 €) und wählen aus der außergewöhnlichen Getränkekarte die Sanddornlimonade (5,50 €). Nach etwa 20 Minuten wird der erste Gang serviert. Das Tatar aus Karotten ist mit einer eingelegten Aprikose mit flüssigem Kern, feinen Karottenchips und Bauernbrot am Rande angerichtet. Die fruchtige Note schafft im Zusammenspiel mit dem zwiebelartigen Aroma des Tatars einen süß-würzigen Abgang. Der Hauptgang – eine mit Püree gefüllte Rotkohltasche in einem Nest aus Kartoffelpüree, Rotkraut und Kartoffelstroh – kann ebenfalls überzeugen. Tupfer von Bärlauch-Mayonnaise verleihen der künstlerisch angerichteten Kreation zusätzlich einen cremigen Touch. Beim letzten Gang ist die Birne der Hauptakteur – sie tritt nicht nur als süßlich-pochierte Beilage auf, sondern wird auch in einem Tupfer Birnen-Ragout und einem Birnensud-Gel verarbeitet. In Kombination mit dem in Biscuit eingebetteten Haselnuss-Eis schafft auch hier die fruchtige Note einen erfrischenden Ausgleich zu dem vollmundigen Nussaroma und rundet das vegane Erlebnis ab.
Frederike Leger
Essen: 6/6
Service: 6/6
Ambiente: 5/6
Daisy Restaurant
Rothschildallee 20 (Nordend)
(069) 75 79 20 56, daisy-ffm.de
Mi, Do 18-23, Fr, Sa 18-24 Uhr
Nicht barrierefrei