Mein Block: Hongkong Streetfood im Baukastenprinzip: Individuell zusammengestellte Reis- und Nudelgerichte mit frischen Zutaten werden dem Hype (teilweise) gerecht.
Chinesische Regionalküchen liegen voll im Trend, und wenn dann noch das derzeit sehr beliebte Baukastenprinzip bei der Zusammenstellung dazu kommt, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Grundsätzlich – so viel sei hier bereits verraten – stimmt das auch. Wo aber viel Licht ist, ist für gewöhnlich auch Schatten. Den gibt es nämlich bereits beim Einstieg: Die Curry-Fischbällchen (3 Stück/7,50 €) haben eine gummiartige Konsistenz und ein ausgeprägtes Fischaroma, was uns gar nicht einmal stört. Vielmehr ist das versprochene Curryaroma bestenfalls zu erahnen. Auf unsere Hauptspeisen müssen wir zwar nicht lange warten, sie werden leider aber nicht zeitgleich fertiggestellt. Die etwas zu weichen Reisbandnudeln (8,90 €) in einer Rinderbrühe mit Honkong Currysauce (+ 1 €), geschmortem Rindfleisch (+ 3 €) und Seetang (+ 2 €) teilen das gleiche Schicksal wie die Bällchen: Der Currygeschmack ist praktisch nicht existent. Das Fleisch ist zart, hocharomatisch, voller Gewürzaromen wie Zimt und Sternanis, aber sehr durchwachsen. Die Brühe selbst ist gehaltvoll und kräftig abgeschmeckt – wir haben sie aber bei Mitbewerbern schon etwas mutiger und ausdrucksstärker erlebt. Highlight unseres Besuchs ist das kantonesische Char Siu mit Reis (13,90 €). Das zarte Schweinefleisch glänzt mit fein austarierten süßlich-deftigen BBQ-Noten. Zum Abschluss ordern wir dann eine süße Sünde: Der Hongkong Fusion French Toast mit Honig und Butter (5,90 €) bietet wenig Überraschendes, schmeckt aber einfach gut.
Michael Faust
Essen: 5/6
Service: Selbstbedienung
Ambiente: 4/6
Block 12
Am Weingarten 12 (Bockenheim)
(0152) 25 95 70 60, block12-frankfurt.de
Di-Fr 11.30-21.00, Sa, So 12-21.30 Uhr
Nicht barrierefrei