© Fortuna Irgendwo
Vier Jahre Fortuna Irgendwo – vier Jahre, in denen ein kleiner, unscheinbarer Raum am Rand des Frankfurter Ausgehzentrums zu einem unverzichtbaren Ort der Nachtkultur wurde. Am 28. März 2026 feiert der Club seinen Geburtstag und damit eine Geschichte, die nur entstehen konnte, weil Menschen an einen Ort geglaubt haben, der zunächst kaum mehr war als eine Idee. Eine Geschichte, die von Mut, Zufall, Improvisation und der Kraft einer Gemeinschaft erzählt. Und eine Geschichte, die ganz bewusst das Wort Authentizität großschreibt.
Redaktion: Heidi Zehentner
Die Anfänge: Wie alles irgendwo begann
Das Fortuna Irgendwo entstand zu einer Zeit, in der viele alternative Orte in Frankfurt verschwanden. Mieten stiegen, gewachsene Subkulturen verloren ihre Räume und die Clubszene geriet zunehmend unter Druck. Dann entstand an der Ostseite des Bahnhofs, zwischen Baustellen, brachliegenden Flächen und kleinen Gewerben, sorgfältig geplantes und kuratiertes Kunstprojekt, das kommerziell genutzt wird – eingebettet in eine lange Frankfurter Tradition: Orte entstehen lassen, wo vorher nur Möglichkeitsräume existierten.
Die Geburtsstunde des Fortuna war dabei so unspektakulär wie symbolträchtig. Ein leerer Gewerberaum, der zuvor den Club King Kamehameha beherbergte, eine Handvoll Menschen mit dem Bedürfnis nach einem Ort jenseits der glatten Fassaden, viel Eigeninitiative – und der Wille, einen Freiraum zu schaffen, der nicht auf Perfektion setzt, sondern auf Atmosphäre. Das Ergebnis war ein Club, der etwas verkörperte, das in der Frankfurter Szene immer seltener wurde: Echtheit. Kein Marketingprodukt, kein durchgestylter Eventspace, sondern ein Ort, der wächst, weil Menschen ihn mit Inhalt füllen.
#Ardi Goldman – die DNA des Unkonventionellen
Die Entstehung des Fortuna ist nicht denkbar ohne die Frankfurter Offspace- und Clubkultur, die seit Jahrzehnten auch durch die Impulse von #Ardi Goldman geprägt ist – jene unverwechselbare Mischung aus Mut zum Risiko, Liebe zur Subkultur und dem Gefühl, dass Stadt nur dann lebendig bleibt, wenn Raum für Experimente bleibt. Orte wie das ehemalige King Kamehameha oder die Vielzahl von Projekten im Bahnhofsviertel und im Ostend tragen diese Handschrift: Räume, die Menschen erlauben zu bleiben, statt sich anzupassen.
In dieses Umfeld fügte sich das Fortuna Irgendwo nahtlos ein und wurde so Teil einer städtischen DNA, die weit über reine Nachtunterhaltung hinausgeht. Das Fortuna verneigt sich nicht vor Trends – es widerspricht ihnen. Und genau das macht seinen Erfolg aus.
Vom Kesselhaus zum Herzstück der Szene
Das 1908 erbaute Kesselhaus, das von 1999 – 2013 den legendären King Kamehameha Club beherbergte, präsentiert sich in Form des Fortuna Irgendwo als maritime Kur- und Erholungsstätte mit unzähligen überraschenden Details. In nur vier Jahren wurde das Fortuna Jahren zu einem Club, der weit über Frankfurt hinausstrahlt. Nicht durch Masse, sondern durch Haltung. Nicht durch riesige Bookings, sondern durch Nächte, die sorgfältig kuratiert und immer liebevoll gedacht sind. Hier zählt nicht das Größer, Lauter, Schneller – sondern das Richtige. Das Fortuna ist bewusst klein geblieben. Und damit groß geworden. Es ist ein Ort, an dem People ankommen, weil sie sich selbst mitbringen dürfen. Ein Raum, der sich gegen die Ökonomisierung der Nacht stemmt und der zeigt, dass Kultur nicht entsteht, weil sie geplant ist – sondern weil Menschen sie gestalten.
© Lukas & Frank
Das Jubiläum – eine Nacht, die die Geschichte spiegelt
Xara Kay & Joe Arabica
Der Abend beginnt mit Xara Kay & Joe Arabica – letzterer gehört seit Jahren zur Fortunafamilie. Beider Sets balancieren zwischen House, warmen Grooves und jenen kleinen, deepen Momenten, die den Raum zusammenziehen und zugleich öffnen. Sie kennen den Ort, seine Intensität, seine Eigenheiten – und sind damit die perfekte Einladung in eine Nacht, die Geschichte feiert, indem sie Zukunft atmet.
Lukas & Frank
Im Zentrum des Jubiläums stehen Lukas & Frank, ein Act, der im Fortuna längst Legendenstatus besitzt. Ihre Sets sind keine Abfolge von Tracks, sondern kleine dramaturgische Bögen, die den Raum in Bewegung versetzen. Jemand sagte einmal über sie: „Es fühlt sich an, als ob der Raum von innen heraus atmet.“ Ihre Nächte sind regelmäßig ausverkauft, ihre Verbindung zum Publikum einzigartig. Sie sind einer der Gründe, warum Menschen stundenlang anstehen, warum andere sagen: „Diese Nacht werde ich nie vergessen.“ Für das Jubiläum sind sie der Herzschlag – die Essenz dessen, was das Fortuna in vier Jahren geworden ist.
Goran & Claudius
Zum Finale übernehmen Goran (Vai Vai) und Claudius (Pracht) – DJs, die tief in der Frankfurter Szene verwurzelt sind. Ihre Energie ist unberechenbar, ihre Sets grenzenlos und sie tragen den Spirit jener Frankfurter Nächte in sich, die längst Legende sind. Ihr Auftritt ist kein Ausklang, sondern ein Aufbruch. Ein Ende, das in den Morgen führt und das Versprechen trägt, dass vier Jahre nur der Anfang waren.
>> 28.3., Fortuna Irgendwo, Frankfurt, ab 22 Uhr, fortuna-irgendwo.de