© Wolfgang Stahr
Vier Frauen und die Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben! Miriam Carbes autofiktionaler Debütroman „Unerwünschte Töchter“ entsteht auf der Basis realer Tagebücher ihrer Ur-Großmutter, Großmutter, Mutter und verhandelt das Leben von vier Frauen, die zeitlebens unabhängig sein wollten. Es ist ein Stück Zeitgeschichte. Die Frankfurterin Miriam Carbe erbte 2021 die Tagebücher ihrer Mutter, Großmutter und Ur-Großmutter und erfährt, was Familien über Generationen weitergeben. Eitelkeit und Oberflächlichkeit sind verpönt, oberflächliches Vergnügen wird verurteilt. Keine der Frauen schafft es, das Leben zu leben, das sie sich wünscht. Miriam Carbe beleuchtet, woran sie vermeintlich scheitern, weshalb es dazu nicht kam. Männer sind abwesend in Miriam Carbes Familienroman. Erst aufgrund des Krieges, später sind sie zwar physisch anwesend, jedoch nicht aktiv, entziehen sich der Verantwortung. Fest verankert im patriarchalen System, agieren sie entsprechend und bewirken damit, dass sämtliche Protagonstinnen Männern misstrauen. Mitte der 60er Jahre rebelliert Carbes Mutter Monika und bringt ein schwarzes uneheliches Kind, Miriam, zur Welt. In eine rassistisch geprägten Nachkriegs-Bundesrepublik, wo die „Nachwehen“ der NS-Zeit jederzeit zu spüren waren. Eine Welt, in der die Autorin aufwuchs. Carbe – die u.a. Redakteurin für Arte ist – erzählt in ihrem Familienroman von Krieg, gesellschaftlichen Repressalien, sozialem Abstieg und davon, wie vier Frauen versuchten, dennoch selbstbestimmt zu leben. Bärbel Schäfer moderiert den Abend!
>> 23.9., Historisches Museum Frankfurt, 19 Uhr, Anmeldung: literatur.kulturamt@stadt-frankfurt.de