© Lisa Schmel
Eine einsame Insel. Ein Flugzeugabsturz. 20 Frauen. Laura Melina Berling verhandelt in ihrem Debüt gesellschaftliche Debatten und die allumfassende Frage, wie wir leben wollen. In ihrem Roman treffen Paradies und Dystopie aufeinander.
Cara hat ihr bisheriges Leben komplett vergessen. Nach einem Flugzeugabsturz findet sie sich auf einer einsamen Insel wieder. Gemeinsam mit 20 weiteren Frauen. Und eigentlich geht es ums Überleben. Außer in den diversen Plenen, wo permanent debattiert wird: über gender- und diskriminierungssensible Sprache, Pronomen, Konsens und darüber, wie es möglich sein könnte, eine neue, gerechtere Gesellschaft aufzubauen. Und Cara, die sich nicht mal an ihren eigenen Namen erinnern kann und jetzt Luna heißt, hat sämtliche feministischen Theorien vergessen. Auch wenn der Prolog des Romans die Leser:innen zunächst etwas anderes glauben lassen möchte: „Männer zerstören die Welt. Davon ist Cara überzeugt. Sie zerstören alles, was ihnen unter die Finger kommt. Häuser, Städte, Menschenleben und bald sogar den ganzen Planeten.“
Und da sind noch die anderen Frauen: Sophie, die eine Menstruationshütte bauen will, Aurelia, die das als Cultural Appropriation bezeichnet, Else, die ein Matriarchat errichten und Noëlla, die sich als Kommunistin versuchen will. Krankenpflegerin Anne ist total genervt, Betty will einfach nur nach Hause und Nykki will Sex.
Laura Melina Berling lebt in Frankfurt, war auf Instagram unter @littlefeministblog unterwegs – und ist jetzt unter @ber._.ling aktiv. In ihrem 2023 erschienen Buch „Modern Heartbreak. Feministischer lieben“ klärt sie über die Liebesproblematik unserer Zeit auf. „Berling richtet ein Brennglas auf sämtliche feministische Kämpfe unserer Zeit: scharfzüngig, pointiert und klug. Fast schade, dass das hier Fiktion ist!“ (Ninia La Grande)
>> 9.3.2026, Hessisches Literaturform, 19.30 Uhr, 6/9/12 € (pay as you wish), hlfm.de