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Frankfurt ungeschminkt zeigt eine Stadt, die jenseits von Glanzbildern existiert. Lars Denis Unger richtet seinen Blick auf Räume, die sonst im Schatten bleiben: Gallus, Bahnhofsviertel, Hinterhöfe voller Brüche und Begegnungen. Seine Fotografien sind nah, respektvoll und frei von Inszenierung. Sie erfassen jene Menschen, deren Geschichten selten erzählt werden, und machen ihre Wirklichkeit sichtbar – ehrlich, berührbar, ohne Pathos. Über Jahrzehnte hat Unger Eindrücke gesammelt, die nun in einem Werk zusammenfließen, das dokumentarische Klarheit mit autobiografischer Erinnerung verbindet. Die Texte, geprägt von seiner Kindheit im Gallus, verleihen den Bildern emotionale Tiefe und eröffnen einen persönlichen Zugang zur Stadt. So entsteht ein Frankfurt, das nicht abstößt oder beschönigt, sondern verstanden werden will. Die begleitenden Lesungen verstärken diesen Eindruck. Viele Besucher:innen berichten, dass sich ihr Blick auf die Stadt verändert habe – weil Ungers Arbeit Räume öffnet, in denen urbane Realität, soziale Spannung und menschliche Würde neu verhandelt werden. Frankfurt ungeschminkt wird damit zu einem zeitgenössischen Gesprächsraum und zu einem Dokument, das zum Hinsehen auffordert. Es ist ein Blick, der weder anklagt noch verklärt, sondern die Stadt in ihrer rohen Vielschichtigkeit zeigt. Unger lädt dazu ein, hinter die Fassaden zu treten und jene Stimmen wahrzunehmen, die Frankfurt seit Jahrzehnten prägen. Sein Werk erinnert daran, dass Urbanität immer auch aus verletzlichen, widerständigen und zutiefst menschlichen Momenten entsteht. Das Werk kennenlernen kann man am 20. März im Transnormal.
>> 20.3., Transnormal (Baseler Platz 8), Frankfurt, 19 Uhr | 49,99 €, ISBN: 9783000845062, im Buchhandel