Er stammt aus den 80ern, groß geworden zwischen Hörspielen, Mixtapes und dem warmen Knistern von Schallplatten. Drei Jahrzehnte lang lebte Shoomannski seine Leidenschaft als DJ, bis die Pandemie plötzlich alles anhielt. Mit der Diagnose ADHS und anderen neurodiversen Facetten im Gepäck und ohne die vertraute Bühne rutschte er in eine Leere, die sich anfühlte wie ein stillgelegter Dancefloor. Doch was sich zunächst wie ein Ende anfühlte, verwandelte sich in einen völlig neuen Anfang. In dieser Phase entdeckte er die Kassette – ein Kindheitsbegleiter – als künstlerisches Ausdrucksmittel. Aus dem nostalgischen Medium wurden Wandbilder, farbig, greifbar, schwer und voller persönlicher Energie. Seit 2022 entstehen kleine bis große Werke, jedes ein Unikat, jedes ein Stück Pop-Art, das seine eigene Geschichte erzählt. „Vom Hör- zum Sehspiel“ wurde zu seinem Motto, und die Kassette blieb immer der Star. Das Auflegen vermisst Shoomannski kaum noch. Heute konzentriert er sich auf seine Kunst, arbeitet unter nicht ganz idealen Bedingungen zu Hause, oft heimlich und spät nachts. Sein großer Traum: ein eigenes Atelier, das seine Kreativität frei atmen lässt. Umso größer ist die Freude, seine Werke nun erstmals zwei Wochen lang in der Galerie Textor74 zeigen zu dürfen – ein weiterer Schritt auf einem Weg, der aus einem Bruch geboren wurde und dennoch voller neuer Energie steckt.
>> 20.2.-5.3., Galerie Textor 74, Frankfurt, 13-20 Uhr, IG @shoomannski