© Tohé Commaret
Ein blauer Schmetterling hat sich auf einem Hosenbein niedergelassen, ruht sich aus und bewegt langsam seine Flügel. Der Kleidung nach ist es eine junge Frau, die dem Insekt in dem kurzen Video auf einem kleinen Monitor als vorübergehender Hafen dient. Versteckt hinter einer großen Leinwand, die das Zentrum der Ausstellung bildet, findet sich wieder ein Schmetterling. Diesmal sitzt er – etwas zerzaust – auf einem alten Foto, das mehrere Frauen zeigt. Ob es die Frauen sind, die einige Jahre älter auch in Tohé Commarets Film auftauchen? Commarets Familie stammt aus Chile, sie selbst ist in einem Vorort von Paris aufgewachsen. Der gleiche Ort, an dem ihr Film spielt – eine neue Arbeit der Ponto-Preisträgerin für das Zollamt. Eine Rückkehr in ihr altes Leben in einem sozialen Brennpunkt, mit Familienmitgliedern und Freunden als handelnde Figuren. Musik und Alltagsgeräusche erfüllen den Raum, die Frauen sprechen spanisch. Zusammen mit den im Zollamt verteilten Objekten und kurzen Videos ergibt sich eine poetische Erzählung, in der es um verschiedene Generationen geht, die miteinander in Kontakt treten, vom Lebensgefühl als Einwanderinnen und Frauen verschiedenen Alters, von den Erfahrungen mit der Liebe ... irgendwo zwischen Traum und Wirklichkeit.
>> Bis 31.5.2026, Zollamt MMK, mmk.art