© Robert Schittko
Eine riesige Stoffbahn teilt den hohen Raum des Portikus in zwei Hälften, leise schwankend im Wind, der vom Main durch das geöffnete Fenster weht. Es erscheint wie ein Segel, grob zusammengenäht aus vielen kleinen Teilen aus wachsbeschichtetem Segeltuch. Ein ungespanntes Segel, das in keine bestimmte Richtung, zu keinem Ziel, keiner Heimat lenken kann. Das Material verweist auf einen Sugpiaq-Regenparka, der auf Kodiak Island Schutz für dem harten Wetter bot. Die Sugpiaq sind ein indigenes Volk aus Alaska, zu dem auch Tanya Lukin Linklater gehört – sie lebt allerdings mittlerweile in Kanada. Der Titel der raumgreifenden Installation „Fin“, ebenso wie die gebogenen Holzskulpturen, die an der Wand lehnen, verweisen allerdings auf eine Walflosse, weitere erinnern an Bärenohren. Luke Linklaters Werk beschäftigt sich mit ihrer indigenen Herkunft, mit traditionellen Handwerkstechniken, Wissensformen und familiären Überlieferungen. Das alles in einer Welt, in der die Folgen von Entrechtung und Vertreibung Indigener Völker immer noch nachwirken. Ihre Arbeiten verweisen auf dieses Unrecht, auf subtile und poetische Weise. In ihrer Serie aus kleinen, abstrakten Aquarellen im Untergeschoss malt sie die Landschaften in Alaska, in denen die Sugpiaq ursprünglich zu Hause waren.
>> Bis 30.8., Portikus Frankfurt, portikus.de