Hoffentlich halten die dicken Glasscheiben der Vitrinen die Strahlung ab. Was aussieht wie minimalistische Vasen im Skandi-Stil, ist tatsächlich eine Ansammlung von radioaktivem Schlamm. Nur in dekorative Form gebracht. So viel Giftmüll entsteht bei der Produktion eines Smartphones (380 g), eines Laptops (1,22 g) oder eines Elektroautos (2,66 kg). Das Künstler:innenkollektiv Unknown Fields macht das mit seinen Objekten erlebbar und zeigt in einem Film die Lieferketten rückwärts, bis nach China, zum größten See aus Giftschlamm der Welt. Umweltzerstörung und Klimawandel – Solastalgie bezeichnet das Gefühl von Verlust, Trauer angesichts der bedrohten Heimatlandschaft und beschreibt gleichzeitig, wie stark unser Wohlbefinden mit dem Zustand unserer Umwelt verbunden ist. Das Museum Giersch stellt zu seinem 25-jährigen Bestehen Werke aus der Sammlung Giersch neuen Positionen gegenüber – Landschaftsbilder im historischen und zeitgenössischen Kontext. Hier die Idylle in der Genremalerei aus dem 18. bis frühen 20. Jahrhundert, dort die heutige, meist wenig idyllische Realität. Marcus Maeder beschäftigt sich in seinen Fotografien mit dem unfreiwilligen Biotop, das sich in einem verlassenen Freizeitparkt gebildet hat, daneben sind alte Ansichten vom Taunus zu sehen. Und neben den Giftmüllvasen hängt das Bild von einem hübschen Blumenstrauß.
>> Bis 15.2.2026, Museum Giersch der Goethe Universität, mggu.de