© Museum Angewandte Kunst
Design prägt Räume, Infrastrukturen, Kommunikation und beeinflusst damit, wer Zugang dazu hat und wer nicht. Die Gestaltung von Dingen ist zwar nicht per se politisch, so die Ausstellungsmacher, hat aber z.B. durch Materialwahl, Produktionsbedingungen oder Normierung mindestens indirekt immer auch eine politische Dimension. In dem Zusammenhang ist die Entscheidung, den Ausstellungsflyer mit den Erläuterungen zu den Werken diesmal als großes Plakat zu drucken, äußert sinnig. Es wirkt wie ein Manifest, bereit für die nächste Plakatwand, übertitelt „Positionen zur Freiheit“. Man müht sich ein wenig mit dem riesigen, klein bedruckten Blatt Papier ab. Aber schließlich ist Freiheit nicht einfach. Sie erfordert Auseinandersetzung, muss erobert, verteidigt und immer wieder neu verhandelt werden. Die Künstler:innen in der Ausstellung wollen Denkprozesse anstoßen. Benjamin Nagy ergänzt einen klassischen Kaffeehausstuhl (Symbol für Orte der Begegnung) mit einer Armlehne aus Edelstahl, die bei öffentlichen Sitzgelegenheiten verhindern sollen, dass man sich darauf hinlegen kann. Charlotte Beigel macht aus Zinnsoldaten Zinnpazifisten und Lee Kern lässt das Lichtbild eines Personalausweises mittels Wackeleffekt zwischen den Geschlechtern hin- und herwechseln.
>> Bis 28.6., Museum Angewandte Kunst, museumangewandtekunst.de