© Nieves González
La sfida, 2025
Wer war Maria Magdalena? Eine der bekanntesten weiblichen Figuren der biblischen Überlieferung und der Kunstgeschichte, um die sich zahlreiche Mythen ranken und die eine der ersten war, die von Jesus Auferstehung erfahren haben soll.
Die umfassende Schau im Städel, gemeinsam mit der Liebieghaus Skulpturensammlung, beleuchtet die Figur Maria Magdalenas – nicht nur als Projektionsfläche kultureller und religiöser Vorstellungen, „sondern auch als eigenständige, vielstimmige Figur, an der sich unterschiedliche Vorstellungen von Körper, Glaube, gesellschaftlichen Rollen zeigen“ (staedelmuseum.de). Gemälde, Skulpturen, Grafiken vom Mittelalter bis in die Gegenwart (u.a. Leihgaben) wollen eine weitgefächerte Perspektive auf die künstlerische Vielfalt der Darstellungen Maria Magdalenas in den jeweiligen Epochen zeigen. Auf eine Figur, die seit Jahrhunderten immer wieder neu gedeutet wird. In der Gegenwartskunst – im ersten Teil der Schau – bildet Maria Magdalena den Ausgangspunkt für Reflexionen über Weiblichkeit, Geschlechterrollen, deren Darstellung in Kunst und Kultur. Religiöse Deutungen, seit Jahrhunderten von Männern geprägt, rücken in den Hintergrund. Die südafrikanische Künstlerin Marlene Dumas verbindet in ihren großformatigen Gemälden die biblische Figur mit dem Supermodel Naomi Campbell, hinterfragt gesellschaftliche Rollenbilder, die sich zwischen Heiligkeit, Sünde, Erotik bewegen. Die Spanierin Nieves González zeigt Maria Magdalena in „La sfida“ (Die Herausforderung, 2025) in einer voluminösen, modernen Daunenjacke und bindet gleichzeitig die klassische Magdalenenikonografie in ihr Werk ein.
>> 12.9.2026–17.1.2027, Städel, staedelmuseum.de