© Katharina Greve
Die Balkonpflanzen im ersten Stock der Caricatura sind not amused. Hallo? Etwas Wasser vielleicht? „Willkommen in der Servicewüste Deutschland!“ Katharina Greve lässt die Blumen mit kleinen Sprechblasen-Steckern in der Erde vor sich hin meckern und die meisten dürften sich wohl gleich an das ein oder andere vernachlässigte heimische Gewächs erinnern ... Neben solcher kleiner Nonsens-Ideen ist Greves Werk vor allem sehr politisch und geprägt von einem präzisen, reduzierten Zeichenstil mit flächiger Farbgebung. Frauenrechte, die katholische Kirche, rechter Hass, Umweltzerstörung sind zeitgenössische Themen, die sie aufgreift. Katharina Greve ist eine der renommiertesten deutschen Comiczeichnerinnen, deren Arbeiten man oft das Architekturstudium anmerkt. Vor allem in den langen Geschichten wie „Ein Mann geht an die Decke“ um den Fahrstuhlführer des Berliner Fernsehturms Franz Fink oder dem Webcomic „Das Hochhaus – 102 Etagen Leben“ spielt die Großstadt-Architektur mit gleichförmigen Fensterfronten und mit Menschen gefüllten Räumen oder U-Bahnen eine besondere Rolle. Immer wieder zitiert sie bekannte Autoren, wie Saint-Exupéry (Der kleine Prinz) oder die „Vater und Sohn“-Klassiker von Erich Ohser. Der „Papa Ante Portas“ ist bei Katharina Greve allerdings nicht Loriots Frührentner, sondern der Papst.
>> Bis 17.1.2027, Caricatura Museum Frankfurt, caricatura-museum.de