© Moritz Bernoully. Courtesy Julie Ede
Die Weltkarte im Foyer des Kunstvereins bietet einen ungewohnten Anblick. Man schaut von Norden her auf den blauen Planeten, wodurch Grönland fast im Zentrum liegt. Dieser Empfang ist ebenso wie der Titel der Ausstellung ein selbstbewusstes Statement: Kalaallit Nunaat ist der Name der Grönländer für ihre Heimat. Gleichzeitig bedeutet er „Land der Menschen“, eine Bezeichnung fernab von gierigen Besitzansprüchen, so wie sie von anderen Seiten immer mehr formuliert werden. Durch den Klimawandel und das abtauende Eis haben sich neue Meereswege und ein Zugang zu Rohstoffen aufgetan, weltweit begehrt. Gleichzeitig kämpft das Land seit der Kolonialisierung durch Dänemark um seine Identität und Unabhängigkeit. Die Ausstellung ist eine interaktive Dokumentation, die den verschiedenen Blickwinkeln der Grönländer eine Stimme gibt, fernab von romantischen Iglu-Klischees: von Politikern, Naturschützern, Jägern, Reiseveranstaltern, Bergbaufirmen und Künstlern. In einer Installation kann man sich Musik aus Grönland anhören, eine andere vermittelt Kompaktwissen über die Geschichte und Gesellschaft. Die Inuk-Kalaaleq Künstlerin Julie Edel Hardenberg verarbeitet in ihren Installationen die immer noch andauernde Unterdrückung des indigenen Volkes Grönlands und macht schwarze Haare im Kontrast zu blonden zu einem Symbol des Widerstands.
>> Bis 11.10., Frankfurter Kunstverein, fkv.de