© Fritz Scholder, courtesy of Trotta-Bono Contemporary
Fritz Scholder – US-amerikanischer Künstler mit deutschen, französischen und native american Wurzeln – spricht in seinen Werken im MMK Tower an, wie indigene Körper, Lebensrealitäten und Geschichte(n) als Projektionsflächen der weißen Mehrheitsgesellschaft vermittelt wurden. Und das schon in den 1960er- und 1970er-Jahren. Scholder arbeitete mit historischen Fotografien, überzeichnet diese bis ins Absurde und offenbart damit Machtverhältnisse, die bis heute den Umlauf und die Produktion von Bildern prägen. Denn die visuelle Souveränität – das Recht, über die eigene Darstellung autonom zu entscheiden – und die Repräsentation der Native Americans ist nach wie vor von kolonialen Perspektiven geformt. Besucher:innen der Schau können eigene Vorurteile oder kolonial geprägte Wahrnehmungen hinterfragen.
Fritz Scholder setzte sich über die damals allgegenwärtigen indigenen Bildtraditionen hinweg und erschuf eigene, gegenwärtige Bilder. Seine Bilder tragen Titel wie „Insane Indian No.25.2“ oder „Super_Chief“. Seine Figuren bewegen sich vor klaren, einfarbigen und satten Hintergründen. Die Ausstellung zeigt Scholders Arbeiten zum ersten Mal außerhalb Nordamerikas – Gemälde, Zeichnungen, Collagen und Lithografien des Künstlers „und erweitert so den Horizont dessen, was bisher unter US-amerikanischer Pop-Art verstanden wird“ (mmk.art).
>> Bis 25.10., Tower MMK, mmk.art