© Jens Gerber
Es ist eine Premiere: Ausstellen wollte Ulrike Crespo ihre hochklassige Kunstsammlung zeitlebens nicht, nur als einzelne Leihgaben oder Schenkungen an Museen. 120 ausgewählte Werke sind nun zum ersten Mal gemeinsam für die Öffentlichkeit zu sehen. Der private, persönliche Charakter bleibt in der Ausstellung erhalten. Die Gemälde, Fotografien und Skulpturen sind in thematischen Gruppierungen installiert, neben- und übereinander an der Wand oder wie nebensächlich in einer Ecke, wie Ernst Starks kleine Pferdefigur. So könnten die Kunstwerke vielleicht auch bei ihr zu Hause präsentiert worden sein. Da nimmt die orangerot glänzende Lackoberfläche von Bill Thompsons „opiate“ die Farben von Günther Förgs Tupfenbild daneben auf, mehrere Frauenzeichnungen von Juul Kraijer bevölkern in lockerer Petersburger Hängung eine ganze Wand. Ulrike Crespo (1950-2019), Psychologin, Künstlerin, Mäzenin, hat die Leidenschaft für die Kunst von ihren Großeltern geerbt: Die Sammlung des Ehepaars Ströher bildete den Grundstock für das MMK. Als 1968 eine große Lieferung mit Pop-Art in Deutschland eintraf, war Ulrike Crespo bei der Sichtung dabei, dafür schwänzte sie die Schule. Stefan Moses’ Fotoserie dokumentiert diesen Tag und später den Aufbau einer Ausstellung. Dabei kann man Beuys beim Auskleiden einer Fettecke über die Schulter blicken.
>> Bis 18.1.2026, Crespo Foundation Open Space, crespo-foundation.de