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© Fondazione Marianne Werefkin, Museo Comunale d’Arte Moderna, Ascona
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© Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Dauerleihgabe der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München
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© Museum Wiesbaden, Schenkung W. und M. Rick 2013, VG Bild-Kunst, Bonn 2026
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Privatbesitz © Nachlass Maria Marc 2026
Die Künstlerinnen im Umfeld des „Blauen Reiters“ knüpften enge Verbindungen zwischen München, Russland und Frankreich, förderten Austausch und gegenseitige Unterstützung. Oft blieben sie im Hintergrund, doch ihre Impulse waren bedeutend und nachhaltig.
„Der Blaue Reiter“ ist ein Kreis von unterschiedlichsten Persönlichkeiten, die im Bereich der ästhetischen Theorie, Malerei, Grafik, Literatur und Musik Visionäres geleistet haben. Mit seinen beiden in den Jahren 1911 und 1912 organisierten Ausstellungen und dem 1912 herausgegebenen Almanach steht er für eine Subjektivierung in der Kunst, die Befreiung der Farbe vom Gegenstand und die Idee einer Gleichwertigkeit von künstlerischen Ausdruckformen unterschiedlicher Epochen, Gattungen und Regionen. Damit ist er ein bedeutender Teil der internationalen Avantgardebewegungen vor dem Ersten Weltkrieg. Nahezu völlig unerforscht blieb bis heute, welchen großen Anteil die einzelnen Künstlerinnen im Umfeld des „Blauen Reiters“ an der Entwicklung der Moderne hatten, welche Strategien und Netzwerke sich diese zurechtlegten, um trotz des damals herrschenden, ihnen völlig widrigen gesellschaftlichen Normengefüges ein Leben als selbstständige Künstlerin führen zu können, und wer all die mitunter völlig vergessenen, in ihren Lebensläufen kaum mehr zu rekonstruierenden Künstlerinnen überhaupt waren, das sind die Themen der Ausstellung Die Blauen Reiterinnen. Und hier sind sie: Erma Bossi – Sonia Delaunay-Terk – Emmi Dresler – Elisabeth Epstein – Elisabeth Erdmann-Macke – Natalia Gontscharowa – Else Lasker-Schüler – Maria Franck-Marc – Olga Meerson – Gabriele Münter – Carla Pohle – Marianne von Werefkin.
Pionierinnen der Moderne in Wiesbaden
Die starken Frauen des Blauen Reiters
Die Ausstellungsstation im Museum Wiesbaden erzählt die Geschichte des „Blauen Reiters“ erstmals konsequent aus der Perspektive seiner Künstlerinnen und schafft damit Sichtbarkeit für diejenigen, die nach dem Zweiten Weltkrieg im Kontext der Gruppe weitestgehend unbeachtet blieben. Mit der Wiederentdeckung von zwölf Künstlerinnen würdigt die Ausstellung ihren prägenden Beitrag zur innovativen Künstlergruppe. So formulierte Marianne von Werefkin beispielsweise den programmatischen Leitsatz: „Die Zukunft der Kunst ist die emotionale Kunst.“ Er verweist exemplarisch auf die geistige und künstlerische Mitgestaltung durch die weiblichen Künstlerinnen. Thematisch erweiterten die Künstlerinnen die Gruppe entscheidend: In ihren Bildern geben sie bewusste Hinweise auf die determinierte „Rolle als Frau“ in einer sie benachteiligenden, männerdominierten Gesellschaft, machen Frauen- und Care-Arbeit sichtbar, setzen sich mit Körperbildern auseinander und thematisieren schon damals Genderfragen. Darüber hinaus zeigen sie sich selbstbewusst als Ideengeberinnen und hinterfragen ironisch gebrochen sogenannte „Frauenkunst“ (Blumenstillleben, Kinderdarstellungen). Zugleich macht die Ausstellung das internationale Frauen-Netzwerk zwischen Moskau, München und Paris sichtbar. Die Ausstellung macht deutlich, wie vielseitig, aufgeschlossen und visionär der „Blaue Reiter“ war. Seine besondere Progressivität lag in der grenzüberschreitenden Internationalität, in seiner Vielstimmigkeit und der damals möglichen, inhaltlich gewollten Pluralität. Der Ausstellungstitel ist historisch und zugleich hochaktuell. Denn die Frage nach Sichtbarkeit, Teilhabe und Anerkennung von Künstlerinnen stellt sich heute nach wie vor.
Eine Ausstellung des Museums Wiesbaden in Kooperation mit der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, dem Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen und der Museo Comunale d’Arte Moderna, Ascona – Fondazione Marianne Werefkin. Schirmherrin der Ausstellung ist Iris Berben.
>> 23.10.26-21.2.27, Museum Wiesbaden, Wiesbaden, museum-wiesbaden.de