© Vládmir Combre de Sena
Was passiert, wenn Kunst und künstliche Intelligenz aufeinanderprallen? Die Video-Serie „Conspiracy Theory“ von Vládmir Combre de Sena ist das Ergebnis einer eineinhalbjährigen Arbeit mit verschiedenen KI-Systemen – nicht als neutrale Werkzeuge, sondern als ideologisch geprägte Gegenspieler. Vom 6. Februar bis 1. März verwandelt sich der Ausstellungsraum EULENGASSE in Frankfurt in ein Labor für digitale Machtfragen. Die Vernissage startet am 6. Februar um 19 Uhr. Die Serie stellt unbequeme Fragen: Wie entstehen Narrative über Religion, Rasse, Moderne und westliche Dominanz? Liegt die Macht längst in der Cyber-Cloud? KI wird hier nicht als Autorin inszeniert, sondern als Akteur, der Weltbilder transportiert und Kritik moduliert. Stimmen, Gesichter, Bewegungen – alles synthetisch, alles präzise gesteuert. Identität erscheint nicht mehr stabil, sondern als algorithmisch formbares Muster. Begleitend erscheint eine Publikation von EULENGASSE und Parodos Verlag, die wissenschaftliche Essays zu KI, Ideologie und digitaler Autorenschaft mit einer Analyse des künstlerischen Prozesses verbindet. Die Arbeit zeigt: KI ist kein Zukunftsversprechen, sondern eine gegenwärtige Machtstruktur, die Wissen filtert und normalisiert. „Conspiracy Theory“ macht diese Mechanismen sichtbar – radikal, analytisch, ästhetisch.
>> 6.2.-1.3., Ausstellungsraum EULENGASSE, Frankfurt, Vernissage: 6.2., 19 Uhr, eulengasse.de