© Moritz Bernoully)
Anna Oppermanns Arbeiten werden auch in Zukunft so bleiben, wie sie sind – eigentlich ein Widerspruch zu ihrer Kunst. „Paradoxe Intentionen (Das Blaue vom Himmel herunterlügen)“, ihr letztes Werk, entstand 1988 bis 1992. Es ist eine Ansammlung von Hunderten von bemalten und beschriebenen Leinwänden, Zetteln, Fotografien, Zeitungsauschnitten, Objekten und Zeichnungen, die sich einem Thema widmen und über Jahre immer wieder von ihr ergänzt wurden. Wie in vielen ihrer (von ihr so genannten) Ensembles ein offener künstlerischer Prozess und lebenslanger Dialog mit sich und den Betrachter:innen. Zitate von Philosophen oder persönliche Notizen erscheinen nicht als Manifest, sondern als niemals abgeschlossener Gedanken-Flow. Häufig sieht man selbstreflektierende Bilder im Bild, Spiegelungen und Wiederholungen. Etwa Fotografien, die sie von einem Installationsaufbau machte und die dann wieder Teil des folgenden Aufbaus wurden. Anna Oppermann (1949–1993) ist eine der bedeutendsten Vertreterinnen der deutschen Konzeptkunst. Sie beschäftigte sich viel mit der Rolle der Frau, auch ihrer eigenen als Künstlerin und Mutter, mit der deutschen Kulturgeschichte (Goethe etc.) und Gegenwart. Im UG des saasfee*pavillon ist ergänzend eine Dokumentation von 1984 über Anna Oppermann zu sehen.
>> Bis 29.11., saasfee*pavillon, Frankfurt, saasfeepavillon.de