© Amel Bashier, Foto: Matthieu Samadet
Die Frauen in Amel Bashiers Bildern tragen immer die gleichen Züge – stellvertretend für die Frauen dieser Welt. Meist blicken sie die Betrachter:innen direkt an, ernst, mit ausgeprägtem Kinn und streng gescheiteltem Haar. Mal sind sie verträumt in entspannten Posen beim Lesen auf dem Sofa dargestellt, mal bei der Arbeit in blauer Handwerker-Latzhose oder ganz überirdisch inmitten von Blätterranken thronend. Amel Bashier (*1981) kommt aus dem Sudan, die Ausstellung im Zollamt ist ihre erste große Einzelausstellung. Ihre Botschaft ist ganz klar: „Für mich verkörpert die Frau die Essenz des Lebens. Sie ist ein Symbol für Stärke, Widerstandskraft, Erinnerung und Großzügigkeit.“ In einem eigens für das Zollamt gemalten Bild sind mehrere Frauen in tänzerischen Posen über die biegsamen Äste eines Baumes miteinander verbunden. In ihrer Mitte schlägt ein Herz. Bashiers Symbolik und der farb- und kontrastreiche Malstil lässt an nubische, assyrische oder indische Kunst denken, ihre Verschiebungen in der Perspektive aber auch an Werke der klassischen Moderne. Manche der Bilder erinnern an das Leid, das Frauen als Opfer von Gewalt in Kriegen oder gesellschaftlichen Konflikten erleben mussten. Trotzdem strahlen sie mit ihren großen Händen und Füßen Stabilität, Tatkraft und Würde aus.
>> Bis 10.1.2027, Zollamt MMK, mmk.art