© Lisa Barnard
Früher war hier mal ein beliebtes Urlaubsgebiet. Jetzt ist der kalifornische Saltonsee eher ein Paradies für Katastrophentouristen und Menschen, die den morbiden Charme von verlassenen Hotels und rostenden Yachten schätzen. Lisa Barnard, eine der Preisträgerinnen des Crespo Photography Prize, dokumentiert in ihren Bildern den See als Symbol für eine ökologisch erschöpfte Landschaft. Zunächst genutzt als Militärstützpunkt, dann vom Massentourismus, dann kippte der riesige, künstliche See mangels Frischwasser. Nun blühen hier Algen und knallbunte Kristalle aus landwirtschaftlichen Abwässern, faszinierend und giftig. In einem weiteren Projekt beschäftigt sich Barnard mit den Unterschieden zwischen menschlichem, tierischem und maschinellem Sehen und Bewusstsein. Der Crespo Prize fördert jedes Jahr zwei Projekte, die mittels Fotografie oder Film neue Sichtweisen auf die Natur eröffnen. Die Räume der zweiten Preisträgerin, Isadora Romero, sind dunkel und grün, wie der Nebelwald in Ecuador, den sie portraitiert. Ihre Fotografien zeigen Blicke in den nachtfinsteren Dschungel – mysteriös und ein wenig unheimlich. In „Notes on how to build a forest“ zeigt sie aber auch das Leben der Einwohner:innen und ihr Engagement, den Wald als Heimat zu bewahren.
>> Bis 31.5.2026, Crespo Open Space, crespo-foundation.de