Deutschland, vier Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs: Begleitet von seiner Tochter Erika (Sandra Hüller), die ihm als Sekretärin und familiäre Stütze dient, fühlt sich der vehemente Hitler-Gegner Thomas Mann (Hanns Zischler) endlich bereit, sein Geburtsland aufzusuchen – und ist nun vom kalifornischen Exil nach Frankfurt am Main herübergekommen, um sich in der US-amerikanischen Besatzungszone mit dem Goethe-Preis ehren zu lassen. Sein Aufenthalt wird vom gestörten Beziehungsverhältnis zum Sohn Klaus (August Diehl) überschattet, der im französischen Cannes Selbstmord begeht, während der weltberühmte Vater in Deutschland weilt. Die Nachricht vom Suizid des Sohnes bedeutet für Thomas Mann mitnichten, die Reisepläne zu ändern. Und so hält das Vater-Tochter-Gespann an der geplanten Fahrt nach Weimar fest. Die Stadt liegt zwar in der sowjetisch kontrollierten Zone, doch den 200sten Geburtstag Goethes will man in Ost wie West gleichermaßen staatstragend begehen. Gefeiert als moralische Instanz von den allermeisten Deutschen, aber von manchen als Verräter angefeindet, startet der Zauberer, wie seine Kinder Thomas Mann oft nannten, zu einer Autofahrt durch ein in Trümmern liegendes Land – eine Reise, die der polnische Regisseur Paweł Pawlikowski mehr und mehr zu einem Trip hinein in die verwundete deutsche Seele, die heilen soll, verdichtet
>> Start: 3.9. (82 Min.), Polen/Deutschland/Frankreich 2026, mit Sandra Hüller, Hanns Zischler, August Diehl, Devid Striesow, Anna Madeley, David Menkin, Joachim Meyerhoff