FSK 12
New York anno 1952: Während sich Marty Mauser (Timothée Chalamet) tagsüber im Schuhladen seines Onkels als Verkaufstalent erweist, blüht der jungenhafte Schlaks mit Intellektuellenbrille und Schnurrbärtchen erst bei Nacht so richtig auf. Dann nämlich klappert er mit Kumpel Wally (Tyler Okonma) die Spielhöllen der Stadt ab, um seine Fähigkeiten im Tischtennis auszuspielen. Um seinem Traum vom Titelgewinn bei den British Open näher zu kommen, ist ihm jedes Mittel recht. Dass er im Wettkampffinale dem japanischen Tischtennis-Profi Koto Endo (Koto Kawaguchi) desaströs unterliegt, wirft Marty mitnichten aus der Bahn. Er will Revanche, koste es, was es wolle. Zurück in New York überlegt der Zocker deshalb, das Angebot des schwerreichen Milton Rockwell (Kevin O’Leary) anzunehmen. Der würde die Wettkämpfe zwischen Marty und Endo finanzieren, hat allerdings die schier unannehmbare Bedingung, dass der Japaner weiterhin siegen soll. Das Leben des realen Tischtennis-Enfant terrible Marty Reisman inspirierte Independent-Filmer Josh Safdie zu einer stark veränderten Version des von Timothée Chalamet gespielten Möchtegern-Champs. Beeindruckend bis in die Nebenrollen besetzt, überzeugt „Marty Supreme“ als Cocktail aus furiosem Screwball-Alptraum und obsessiv-amüsanter Charakterstudie eines Soziopathen, dem es egal ist, wer bei seinen waghalsigen Manövern unter die Räder kommt.
Redaktion: Horst E. Wegener
>> Start: 26.2. (149 Min.), USA 2025, mit Timothée Chalamet, Gwyneth Paltrow, Odessa A’zion, Kevin O’Leary, Tyler the Creator, Fran Drescher