Sie hat einen Freund, ist eine gute Schülerin, wächst in einer fürsorglichen Familie in einem Vorort von Paris auf. Für die 17-jährige Fatima (Nadia Melliti) läuft alles rund im noch jungen Leben. Und doch ist Fatima nicht glücklich. Niemand weiß, warum sie so still, betrübt und unnahbar ist, und dass sie zunehmend ihre Leidenschaft für Frauen entdeckt. Heimlich checkt sie Online-Profile, trifft sich schließlich mit Frauen, die meist nach einer schnellen Nummer suchen – was Fatima anfangs kategorisch verunsichert. Als sie die Koreanerin Ji-Na (Park Ji-min) kennenlernt, weichen die Anfängerängste einer leidenschaftlichen Zuneigung. Perfektes Glück? Mitnichten. Denn Fatima ist eine gläubige Muslimin, für die gleichgeschlechtliche Paarungen eigentlich ein absolutes Tabu sind. Während Fatima in Clubs und auf privaten Partys immer tiefer in die lesbische Szene eintaucht, wächst die Zerrissenheit, die der Teenagerin zwischen religiöser Tradition und vorurteilsfreier Lust widerfährt … In ruhigen, realitätsnahen Bildern bricht die tunesisch-algerisch-stämmige Regisseurin Hafsia Herzi ein Thema auf, das besonders die junge, progressive Generation illustriert – mit einer Newcomerin in der Titelrolle, für die Nadia Melliti in Cannes mit dem Preis für die Beste Schauspielerin geehrt wurde.
>> Start: 25.12. (106 Min.), Frankreich/Deutschland 2025, mit Nadia Melliti, Park Ji-min, Amina Ben Mohammed, Rita Benmannana, Melissa Guers, Razzak Ridha