Was wäre, wenn die Migrationsbewegung nicht von Ost nach West, sondern von Süden nach Osten verlief? Diese Frage stellt der mauretanische Regisseur Abderrahmane Sissako in seinem poetischen Film BLACK TEA. Erzählt wird die Geschichte von Aya, einer jungen Frau aus der Elfenbeinküste, die ihre Hochzeit platzen lässt und nach Guangzhou, China auswandert. Dort findet sie Arbeit in einem Teeladen, lernt die Geheimnisse der Teezeremonie kennen – und verliebt sich in den Besitzer Cai. Sissako inszeniert Ayas Reise in traumwandlerisch schönen Bildern, die unter ihrer betörenden Oberfläche die politischen Dramen unserer Zeit spiegeln: Migration, kulturelle Begegnung, Identität. BLACK TEA ist ein Film über Mut und Neuanfang, über die Kraft der Liebe und die Fragilität globaler Machtverhältnisse. Die Kamera fängt die zarte Annäherung zweier Menschen ein, während im Hintergrund Fragen nach Zugehörigkeit und gesellschaftlichen Grenzen brodeln. Sissako bleibt dabei seinem Stil treu: poetisch, visuell überwältigend und zugleich politisch präzise. BLACK TEA ist ein filmisches Gedicht – und eine Einladung, die Welt aus einer neuen Perspektive zu sehen.
>> 20. + 21.2., Eschborn K., Frankfurt, 20.15 Uhr, eschborn-k.de