© Maciej Rusinek
Schon als Kind verbrachte Tony Rizzi seine Wochenenden im Kino – fasziniert von der Schwebe zwischen Realität und Fantasie. Dieses frühe Staunen prägt sein Werk bis heute. Kürzlich vom tanz-Magazin zum Tänzer des Jahres 2024/2025 gewählt, bewegt sich Rizzi mühelos zwischen Tanz und Film, zwischen Körper und Bild, zwischen Bühne und Leinwand. In seinem neuen Werk Endless Love/Endless Life, das im Januar Premiere feierte, lädt er das Publikum ein, durch die Linse des Kinos auf die Welt zu blicken – und auf sich selbst. Rizzi fragt nach unserer Wahrnehmung von Wirklichkeit in einer Zeit permanenter Bilder. Wenn Ruhm allgegenwärtig scheint und Bildschirme immer griffbereit sind: Was ist noch echt, was Illusion? Ist das Außergewöhnliche banal geworden – oder liegt darin eine neue Wahrheit? Endless Love/Endless Life verweigert klare Zuordnungen. Es ist Tanzperformance und Filmerlebnis zugleich, ein Zwischenraum, in dem Bewegung zur Erzählung wird. Rizzis Biografie ist eng mit der internationalen Tanzgeschichte verbunden: Geboren in den USA, ausgebildet an der Boston Ballet School, prägte er über zwei Jahrzehnte das Ballett Frankfurt und die Kompanie von William Forsythe. Parallel dokumentierte er als Fotograf und Kameramann diese Arbeit und schuf ein einzigartiges Archiv. Heute arbeitet Rizzi mit seiner eigenen Kompanie sowie renommierten Ensembles weltweit. Mit Endless Love/Endless Life verdichtet sich all das zu einem poetischen Werk über Erinnerung, Projektion – und die Sehnsucht nach etwas ganz Echtem.
>> 28.-30.5., Gallus Thater, Frankfurt, 20 Uhr, Eintritt: 18€, erm. 15€, gallustheater.de