© Laura Nickel
Erschreckend, wie die Zeit vergeht: Der Roman „Quality Land“ hat schon wieder fast zehn Jahre auf dem Buckel. Die Inszenierung im Stalburg Theater zeigt eindrucksvoll, dass Marc-Uwe Klings Dystopie über Digitalisierung, Konsumwahn und künstliche Intelligenz nichts von ihrer Aktualität eingebüßt hat. Im Mittelpunkt steht Peter, dessen recht langweiliges, vom Algorithmus gesteuertes Leben durch einen rosa Vibrator in Delfinform aus den Fugen gerät. Er möchte das fälschlicherweise an ihn ausgelieferte Stück zurückgeben und erlebt eine wahre KI-Odyssee durch Servicehotlines und Punktesysteme. Diese wird dem Publikum mit schwarzem Humor präsentiert und sorgt für zahlreiche Lacher. Großartig ist, wie die Inszenierung unterschiedlichste Themen verwebt. Konsumkritik, Überwachung, politische Macht und philosophische Tiefenschärfe treffen spielerisch aufeinander, wenn der rosa Delfin-Vibrator ganz selbstverständlich neben Adornos Diktum „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“ steht und Kabarett und Gesellschaftskritik eine produktive Allianz eingehen.
>> 8./11.2., Stalburg Theater, 20 Uhr, ausverkauft, ggf. Restkarten an der Abendkasse, Infos & Tickets: (069) 25 62 77 44, ab 29 €, stalburg.de