© Barbbara Aumüller
Puccinis Madama Butterfly ist großes Gefühlskino auf der Opernbühne. Die junge Geisha Cio-Cio-San heiratet den amerikanischen Leutnant Pinkerton und glaubt fest an ihr Glück. Während er in die USA zurückkehrt, bringt sie seinen Sohn zur Welt und wartet jahrelang auf ihn. Als Pinkerton mit neuer Ehefrau erscheint und das Kind zu sich holen will, zerbricht alle Hoffnung. Die Inszenierung setzt auf klare, reduzierte Bilder. Zwei Schiebewände schaffen einen offenen Raum, in dem die Figuren und ihre Emotionen im Mittelpunkt stehen. Zum Schluss sitzt das Kind allein auf der Bühne, während Butterfly im Verborgenen mit dem Messer aus dem Leben scheidet. Ein erschütternd-intensiver Moment, den schwarz-weiß gehaltene Kostüme auf das Wesentliche konzentrieren. Musikalisch überzeugt der Abend auf ganzer Linie. Unter Lorenzo Passerini entfaltet das Orchester große Klangfarben. Anna Princevas Sopran berührt, die Arie: „Un bel dì vedremo“ geht direkt ins Herz. Kelsey Lauritano gestaltet eine einfühlsame Suzuki, Kang Wang zeigt bei seinem Debüt einen spürbar zerrissenen Pinkerton. Domen Križaj beeindruckt als Konsul mit klarem Bariton und großer Ausdruckskraft. Der berühmte „Summchor“ sorgt für echte Gänsehaut. Ein Abend, der bewegt – und nachwirkt.
>> 8.3., Oper Frankfurt, 18 Uhr, 14./20.3., 19.30 Uhr, Tickets: 68-121 €, Infos & Tickets: (069) 212 494 94, oper-frankfurt.de