© Schmiere
An Absurditäten und Fallstricken verfügt die Gegenwart über ein reiches Arsenal. Das nimmt die neue Produktion der Schmiere in bissig-witzigen Szenen aufs Korn. Wie etwa die Kniffe von Privatsendern, die aus Zuschauer:innen werbewirksame Zielgruppen machen, oder die Influencerin, die „Bunkerschminke“-Tipps für längere Aufenthalte im Luftschutzkeller erteilt. Der weltweit erste „Zehntausendstel-Marathon“ über 4,26 Meter wird sogar live aus dem Neubau der „Peter Feldmann-Arena“ übertragen. Was die Verblendungen und Gefahren im privaten und öffentlichen Leben anbelangt, dürfen natürlich auch eine vertrauliche Unterredung zwischen Trump und Vance sowie eine aus den Ufern geratende TV-Diskussion mit Weidel und Lindner nicht fehlen. Mit satirischen Seitenhieben sind nicht zuletzt die Musikeinlagen gespickt – darunter eine grandios gerapte Parodie auf die ständige Präsenz von überzogenen Erwartungshaltungen. Ein rundum gelungener Abend, der Himbeereis zum „Symbol für süße Abwechslung in sauren Zeiten“ deklariert und auch zum Nachdenken ermuntert. Dafür sorgt besonders der Song über den Tod des Faschismus durch gegenseitige Wertschätzung und Liebe.
>> 1./8./29.3., Die Schmiere, Karmeliterkloster, Frankfurt, 19 Uhr, 6./7./28.3., 20 Uhr, Preis: 19,50-29,50 €, div. Ermäßigungen, Infos & Tickets: (069)28 10 66, die-schmiere.de