Schattenspiel, Film, Live-Musik und Bühnen-Show – in diesem Programm „prallen“ die Künste „aufeinander“, wie Conférencier Michael Quast zu Beginn sagt. Und dann trifft zeitlos komischer Slapstick auf die gesellschaftliche Realität des Jahres 2026: die tödlichen Schüsse in Minneapolis, das grausame Schicksal im Mittelmeer ertrunkener Flüchtlinge und als Kommentar dazu ein (bestenfalls unfassbar abgehoben wirkendes) Zitat aus der Botschaft zum „Welttag des Migranten und Flüchtlings“ von Papst Leo, der Migrant:innen als „privilegierte Zeugen der im Alltag gelebten Hoffnung“ auf „das Herankommen von Glück“ sieht. Die Antihelden Stan Laurel und Oliver Hardy sind in „Liberty“ (1929) Flüchtlinge aus dem Gefängnis und Charlie Chaplin mimt in „The Immigrant“ (1917) einen mittellosen Einwanderer. Das kleine Orchester begleitet die Stummfilme mit Uwe Dierksens mitreißender Musik auf den Punkt genau, ein eindrucksvolles Zusammenspiel von Bild und Ton. Doch im Gedächtnis bleibt vor allem, dass die Hoffnung auf Glück allzu oft vergeblich ist. Die Aufführungen sind eine Hommage an das ehemalige „Ensemble Modern“-Mitglied Dierksen. Der Komponist verstarb im Februar dieses Jahres.
>> 15.3., Volksbühne, Frankfurt, 17 Uhr, 28.3., 19.30 Uhr, Preis: 12–32 €, div. Ermäßigungen, Info & Tickets: (069) 427 262 649, volksbuehne.net