Niemand muss auch nur einen Moment warten, um die Welt zu verbessern – so eine der Botschaften der Inszenierung, in deren Mittelpunkt die Biographien von Anne Frank (1929 bis 1945), Sophie Scholl (1921 bis 1943) und Melita Maschmann (1918 bis 2010) stehen. Drei Perspektiven und drei Schicksale in der NS-Zeit – von Kortmann & Konsorten in prägnanten kurzen Szenen auf die Bühne gebracht. „Es beginnt nicht mit Gewalt, es beginnt mit Sehnsucht“, heißt es einmal, zum Beispiel der Sehnsucht nach Gemeinschaft und einfachen Wahrheiten – bis heute der Nährboden für totalitäre Ideologien. Anne und Sophie sind Opfer des Nationalsozialismus, Anne starb im KZ, Sophie wurde hingerichtet. Melita war während des Zweiten Weltkriegs überzeugte Nationalsozialistin („In der Uniform fühlte ich mich stark“), beim Bund Deutscher Mädel stieg sie zur Pressereferentin auf. Nach dem Krieg arbeitete sie als Journalistin und veröffentlichte1964 ihr autobiographisches Buch „Fazit“, in dem sie ihre Überzeugungen während der NS-Zeit erklärt, ohne sich eindeutig davon zu distanzieren. Das Stück stellt Fragen, die am Puls der Zeit sind: Was bedeutet Anpassung – damals wie heute? Wann wird aus Beobachtung Widerstand? Wie bleiben wir in Zeiten der Ausgrenzung menschlich?
>> 9./11./12.12., 11 Uhr, solidarisches Preissystem: 5-20 €, Infos & Tickets: (069) 25627744, landungsbruecken.org